Elbe-Flut treibt Zehntausende aus ihren Häusern
publiziert: Freitag, 16. Aug 2002 / 08:14 Uhr

Dresden - Die Elbe-Flut in Dresden hat nun den historischen Höchststand überschritten. Zehntausende Menschen in den Krisenregionen in Süd- und Ostdeutschland mussten bereits ihre Häuser verlassen, weiteren Zehntausenden steht dieses Schicksal noch bevor.

Um 5.00 Uhr lag der Pegel bereits bei 8,85 Meter, teilte das deutsche Landesamt für Umwelt und Geologie mit. Die bisherige Rekordmarke war am 31. März 1845 mit 8,77 Meter erreicht worden. Auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg wächst die Angst vor den Fluten.

Nach den Milliarden-Schäden in den Krisenregionen können die Opfer der Katastrophe von diesem Freitag an mit Finanzhilfen rechnen. Eine erste Tranche der vom deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder zugesagten 100 Millionen Euro soll bereitgestellt werden.

In Dresden wurde die 9-Meter-Marke der Elbe nicht mehr ausgeschlossen. Die Flut hatte kurz vor Mitternacht auch den Theaterplatz unter Wasser gesetzt. An den Platz grenzt unter anderem die Semperoper.

Die nach Angaben der Landesregierung bislang grösste Massenevakuierung wurde in der Nacht in Pirna und Heidenau in der Sächsischen Schweiz vorbereitet. Insgesamt 30 000 Menschen müssen möglicherweise dort ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

In Bitterfeld in Sachsen-Anhalt begannen Helfer mit der Evakuierung von Teilen der rund 16 000 Einwohner zählenden Stadt. Am Donnerstag brach dort ein Damm; Innenstadt und der Chemiepark drohten überschwemmt zu werden.

Auch in Dessau kämpften bei anhaltendem Muldehochwasser Hunderte von Menschen gegen die anrollende Elbeflut. Im brandenburgischen Mühlberg an der Elbe hatten in der Nacht zum Freitag die meisten der 5000 Einwohner bereits ihre Häuser verlassen.

In Bayern und Österreich entspannte sich die Hochwasserlage weiter. In den zuletzt besonders stark betroffenen Städten Regensburg, Straubing und Deggendorf sanken die Pegel deutlich.

Die Zahl der Hochwasser-Toten in Deutschland liegt unterdessen bei mindestens 10. Laut dem deutschen Innenministerium sind mehr als 4,2 Millionen Deutsche vom Hochwasser betroffen.

(ba/sda)

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