Elektronisches Publizieren setzt Verlage unter Druck
publiziert: Samstag, 2. Jun 2007 / 14:57 Uhr

Wien - Unter dem Motto «Openness in Digital Publishing» findet von 13. bis 15. Juni an der Technischen Universität Wien die diesjährige ELPUB-Konferenz statt.

Vor allem für Wissenschafter seien Online-Publikationen eine wichtige Quelle.
Vor allem für Wissenschafter seien Online-Publikationen eine wichtige Quelle.
In elf parallelen Sessions werden dabei über 40 Diskussions- und Redebeiträge zum Thema elektronisches Publizieren abgehalten.

Als übergreifenden Schwerpunkt haben die Organisatoren das Thema «Open Access» auserkoren. So sollen unter anderem die Auswirkungen eines offenen Internets auf das Publizieren von wissenschaftlichen Beiträgen und das etablierte Verlagswesen diskutiert werden.

«Durch die technologische Entwicklung sind völlig neue Möglichkeiten geschaffen worden, um Publikationen einfacher und rascher einer Vielzahl an Lesern zugänglich zu machen», erklärt Bob Martens, Universitätsprofessor an der TU Wien und General Chairman der diesjährigen Konferenz.

Gerade für Wissenschaftler in kleineren oder finanzschwächeren Ländern bedeute das Publizieren über den elektronischen Weg einen besseren Zugang zu internationalen Fachkreisen, da die herkömmliche Publikation über wissenschaftliche Verlage mitunter sehr kostenintensiv sein könne.

Die Kehrseite der Medaille

Der Zweischneidigkeit der Thematik ist man sich dabei durchaus bewusst. «Das zeigt sich allein schon darin, dass es sowohl einen gedruckten Tagungsband als auch eine elektronische Datenbank mit frei zugänglichen Beiträgen gibt», so Martens.

Auch will man sich durch das Aufzeigen von elektronischen Publikationsalternativen jenseits ökonomischer Modelle nicht gänzlich gegen das etablierte Verlags- und Distributionssystem stellen.

«Die berühmte Kehrseite der Medaille ist, dass ein Autor ohne einen entsprechenden Verlag natürlich selbst für die Distribution und Vermarktung seiner Publikationen verantwortlich ist», meint Martens.

Breit gefächertes Teilnehmerfeld

Um den Dialog zwischen Forschern, Verlegern, Anwendern, aber auch Entwicklern etwaiger technischer Lösungen anzukurbeln, setzen die Konferenzorganisatoren auf ein möglichst breit gefächertes Teilnehmerfeld.

Das Hauptthema «Open Access» wird in den Beiträgen in erster Linie in Hinblick auf Publikations- und Geschäftsmodelle diskutiert werden. Überdies wird sich die zum 11. Mal stattfindende Konferenz auch mit aktuellen Entwicklungen rund um allgemein zugängliche elektronische Zeitschriften und Repositorien auseinandersetzen.

Die Präsentation neuester technologischer Entwicklungen und Open-Source-Anwendungen, die eine bessere Verbreitung und Zugänglichkeit von publizierten Inhalten versprechen, rundet das umfangreiche Programm ab.

(rr/pte)

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