Eltern sollen sich das Sorgerecht künftig teilen
publiziert: Donnerstag, 17. Nov 2011 / 12:42 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Nov 2011 / 16:05 Uhr
Heute hat die elterliche Sorge bei einer Scheidung in der Regel nur ein Elternteil.
Heute hat die elterliche Sorge bei einer Scheidung in der Regel nur ein Elternteil.

Bern - Eltern sollen künftig in der Regel das gemeinsame Sorgerecht haben. Nur wenn es zum Schutz des Kindes nötig ist, soll das Sorgerecht einem Elternteil vorenthalten werden. So möchte es der Bundesrat. Seine Vorschläge stossen weitgehend auf Zustimmung.

5 Meldungen im Zusammenhang
Das gemeinsame Sorgerecht hatte für Aufregung gesorgt: Als Justizministerin Simonetta Sommaruga zu Jahresbeginn ankündigte, gleichzeitig mit dem Sorgerecht das Unterhaltsrecht neu zu regeln, löste dies heftigen Protest aus. Väter- und Männerorganisationen warfen ihr vor, das gemeinsame Sorgerecht zu verzögern.

Nun sind die Väter zufrieden. Auf Antrag Sommarugas beschloss der Bundesrat ein schrittweises Vorgehen. Das gemeinsame Sorgerecht hat er zuhanden des Parlaments verabschiedet, die Reform zum Unterhaltsrecht will er dem Parlament nächstes Jahr vorlegen. Das gemeinsame Sorgerecht sei damit auf der Zielgeraden, stellte der Dachverband männer.ch am Donnerstag fest.

Parteien im Grundsatz einverstanden

Im Parlament dürfte die Vorlage tatsächlich gute Chancen haben: Die Parteien kündigen keinen Widerstand an. Die SP bedauert zwar die Abkoppelung des Unterhaltsrechts vom Sorgerecht. Ein gemeinsames Sorgerecht ist aus Sicht der Partei erst sinnvoll, wenn sich die Eltern bei der Betreuung und den Unterhaltsbeiträgen geeinigt haben.

Ein Grund dafür, die Vorlage abzulehnen, sei dies jedoch nicht, sagt die abtretende SP-Nationalrätin Anita Thanei (ZH). Die SP werde versuchen, das Gesetz in einigen Punkten zu verbessern. Verbesserungsmöglichkeiten will auch die CVP prüfen. FDP und Grüne begrüssen die Trennung von Sorgerechts- und Unterhaltsfragen. Alles andere wäre zu kompliziert, findet FDP-Fraktionschefin Gabi Huber (UR).

Auch die SVP will gegen die Reform nicht Sturm laufen. Seine Partei erkenne, dass die Probleme gelöst werden müssten - auch wenn kein Gesetz den gesunden Menschenverstand ersetzen könne, sagt SVP-Nationalrat Alfred Heer (ZH).

Gleiches Recht für Väter und Mütter

Künftig sollen in der Regel beide Elternteile die elterliche Sorge erhalten. Die Sorge kann einem Elternteil nur mit guten Gründen entzogen werden, etwa wegen Unerfahrenheit, Krankheit, Gebrechen, Gewalttätigkeit oder Ortsabwesenheit.

Bei einer Scheidung muss sich das Gericht vergewissern, dass die Voraussetzungen für die gemeinsame Sorge gegeben sind. Bei nicht verheirateten Paaren entscheidet die Kindesschutzbehörde. Die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall soll auch rückwirkend gelten, wenn ein Elternteil dies verlangt. Allerdings nur für Fälle, die nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Väter oder Mütter, die bei der Scheidung auf das Sorgerecht für ihre Kinder verzichten mussten, sollen dies bald ändern ... mehr lesen
Das gemeinsame Sorgerecht soll auch für bereits Geschiedene gelten.
Das Familienrecht soll modernisiert werden.
Lausanne - Das gemeinsame Sorgerecht von Vätern und Müttern soll nach einer Scheidung die Regel werden. Dies bekräftigte ... mehr lesen
Bern - Justizministerin Simonetta Sommaruga will noch vor den Sommerferien Vorschläge zur Neuregelung des Unterhaltsrechts ... mehr lesen
Bundesrätin Simonetta Sommaruga.
Blick in den Ständeratssaal.
Bern - Das gemeinsame elterliche Sorgerecht soll rasch zum Regelfall werden. Dies ... mehr lesen
Bern - Der lautstarke Protest von Väter- und Männerorganisationen zeigt Wirkung: Das elterliche Sorgerecht wird nun ... mehr lesen 1
Das elterliche Sorgerecht wird möglicherweise doch noch geändert.
Der entscheidende Faktor ist laut Armeechef Ueli Maurer die Sicherheit.
Der entscheidende Faktor ist laut Armeechef Ueli Maurer die Sicherheit.
Schweizer Erkundungsmission  Bern - Die angekündigte Schweizer Erkundungsmission im Ebola-Gebiet in Liberia gilt vor allem der Prüfung der Sicherheitslage. «Das Problem ist weniger die mögliche Ansteckung mit Ebola», erklärt Bundesrat Ueli Maurer in einem Interview. 
Schweizer Hilfsmission nach Westafrika Bern - Der Bundesrat plant eine Hilfsmission in den Ebola-Gebieten in Westafrika. Die Schweiz komme damit einem ...
Mit einer Erkundungsmission werden in den Seuchengebieten vor Ort Abklärungen vorgenommen.
Zuwanderung  Bern - Das bürgerliche überparteiliche Komitee gegen die Ecopop-Initiative nennt das Volksbegehren ...  
Viele Punkte, welche an der Ecopop-Initiative kritisiert werden.
Stimmvolk entscheidet über Obergrenze für Zuwanderung Bern - Zum zweiten Mal in diesem Jahr stimmt das Volk am 30. November über die Zuwanderung ab. ...
Die Ecopop-Initiative erhöht den Druck bei der Umsetzung der MEI. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2507
    Was... hat man denn erwartet? M. Landolt hat doch nur tapfer die ... So, 19.10.14 19:07
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2507
    Abflug! Man muss hiesige radikale Muslime nur in den Krieg nach Syrien oder ... Mi, 15.10.14 14:33
  • ManuQF aus Sofia 1
    Krise in Bulgarien Also ich lebe und Geschäfte schon seit 20 Jahren in Bulgarien. Eine ... Mi, 15.10.14 12:14
  • tigerkralle aus Winznau 98
    Ecopop löst keine Probleme Frau Sommaruga , Ecopop löst sicher nicht alle Problehme , aber Sie ... Di, 14.10.14 13:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2507
    Und... die reichen Golfstaaten schauen zu? Wieso werden keine Appelle an die ... Mo, 13.10.14 17:04
  • kubra aus Port Arthur 3177
    Nein. Wir haben den Vertrag im Gegentiel eingehalten. Er sieht vor, dass jedes Land ... Mo, 13.10.14 02:26
  • kubra aus Port Arthur 3177
    Wer sich Wort für Wort mit den Buchstaben eines Buches, das von alten Männern ... Mo, 13.10.14 02:17
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2507
    Knall! SP-Präsidentin Brigitte Hollinger: "Wenn zudem in der Schweiz junge ... So, 12.10.14 19:30
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 11°C 13°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 9°C 13°C leicht bewölkt, Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen 11°C 15°C bewölkt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Bern 12°C 18°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 13°C 18°C bewölkt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Genf 13°C 20°C leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 13°C 23°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten