Bürger aus dem Balkan unerwünscht:
Emmen lehnt erneut Einbürgerungsgesuche ab
publiziert: Sonntag, 2. Dez 2001 / 17:04 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 2. Dez 2001 / 19:34 Uhr

Emmen - In Emmen sind alle Einbürgerungsgesuche von Personen aus dem Balkan abgelehnt worden, mit Ausnahme eines elfjährigen Mädchens. Alle anderen Gesuche wurden angenommen. Nun will der Gemeinderat das Verfahren ändern.

Bei einer Stimmbeteiligung von 43,0 Prozent wurden alle Gesuche von Personen aus Jugoslawien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina abgelehnt, und zwar mit zwischen 300 und 600 Stimmen Unterschied.

Einzig das Gesuch eines Mädchens aus Jugoslawien wurde knapp mit 3294 zu 3142 Stimmen akzeptiert.

Alle Einbürgerungsgesuche von Personen aus Marokko, Portugal, Italien und den Philippinen wurden deutlich angenommen, mit jeweils rund 4500 gegen 2000 Stimmen. Insgesamt wurde über 15 Gesuche mit 19 betroffenen Personen enrscheiden.

Der Emmer Gemeinderat zeigt sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht von diesem Resultat und bedauert es. Es sei Ausdruck der Unzufriedenheit mit der Asylpolitik des Bundes.

Dennoch kommt der Gemeinderat zum Schluss, Urnenabstimmungen über Einbürgerungen seien in einer Gemeinde von der Grösse Emmens nicht praktikabel. Er will prüfen, wie die Kompetenz zur Einbürgerung an eine vom Volk gewählte Kommission delegiert werden könnte.

In Emmen wird seit zwei Jahren über Einbürgerungsgesuche an der Urne abgestimmt. Nach zwei negativen Abstimmungen verschärfte der Gemeinderat die Richtlinien. Mit zumindest vorübergehendem Erfolg: Bei der dritten Abstimmung im Juni 2001 wurden alle Gesuche angenommen. Noch sind in Emmen rund 200 Einbürgerunggesuche hängig.

(kil/sda)

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