USA gedenken an Ground Zero der 9/11-Opfer
Emotionale 9/11-Zeremonie in New York
publiziert: Sonntag, 11. Sep 2011 / 17:46 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 11. Sep 2011 / 23:27 Uhr
Heute vor genau 10 Jahren rasten Terroristen mit entführten Flugzeugen in die Zwillingstürme.
Heute vor genau 10 Jahren rasten Terroristen mit entführten Flugzeugen in die Zwillingstürme.

New York/Washington - Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 haben die USA mit einer emotionalen Zeremonie am Ground Zero in New York an die fast 3000 Getöteten erinnert. An dem Ort, wo Al-Kaida-Extremisten das WTC mit gekaperten Flugzeugen zum Einsturz brachten, verlasen Hinterbliebene die Namen der Opfer.

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Die Veranstaltung am Sonntag markierte den Höhepunkt des Gedenkens an 9/11. Präsident Barack Obama und sein Vorgänger George W. Bush, der 2001 im Amt war, standen Seite an Seite, als ein Chor die Zeremonie mit der US-Nationalhymne eröffnete.

«Sie waren unsere Nachbarn, unsere Freunde, unsere Ehemänner, Ehefrauen, Brüder, Schwestern, Kinder und Eltern. Sie waren die, die zur Hilfe geeilt sind», sagte Obama. Anschliessend verlas er aus der Bibel den 46. Psalm «Gott ist unsere Zuversicht und unsere Stärke».

Bush zitierte aus einem Brief, den US-Präsident Abraham Lincoln 1864 einer Mutter geschickt hatte, die fünf Söhne im Bürgerkrieg verloren hatte.

Darin schrieb er von der «unendlichen Trauer», die aber durch den Stolz gemildert werden könne, dass die Söhne für die Verteidigung der Demokratie und der Republik gestorben seien. An der Gedenkfeier nahmen auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sowie dessen Vorgänger Rudolph Giuliani teil.

Gedenken an Angehörige und Freunde

Danach begannen Hinterbliebene, die Namen der Opfer zu verlesen. Dabei wurde die Atmosphäre sichtbar emotionaler: Viele Teilnehmer weinten; Kinder umklammerten Stofftiere. Ein Sohn verband den Namen seines getöteten Vaters mit einer Aufzählung all dessen, was er dem Vater zu verdanken hat. «Du hast mir das Velofahren beigebracht, das Fussballspielen...».

Einige Trauergäste hielten Fotos eines Opfers hoch. Sie tauschten Erinnerungen an die Angehörigen oder Freunde aus, die in den Trümmern des World Trade Center (WTC) gestorben waren. Jeder Zweite trug eine kleine Flagge in der Hand. Viele waren mit T-Shirts und Kappen der New Yorker Feuerwehr bekleidet.

Sechs Schweigeminuten

Die Veranstaltung fand vor der Kulisse der in den Himmel wachsenden Neubauten des WTC statt. Sie wurde immer wieder von Schweigeminuten unterbrochen zu den Uhrzeiten, an denen die beiden Passagierflugzeuge in das WTC rasten sowie die Zwillingstürme einstürzten.

Auch an den Einschlag eines Flugzeugs ins Pentagon in Washington und den Absturz einer vierten entführten Maschine nahe Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania wurde mit einer Gedenkminute erinnert. Während der Zeremonie wurde es in der Metropole New York geradezu still - zu Beginn stand der Verkehr still, sämtliche Bauarbeiten wurden eingestellt.

Mahnmal eröffnet

Zum 10. Jahrestag wurde auf Ground Zero auch ein Mahnmal für die Opfer eröffnet. Hunderte Menschen strömten zu den beiden quadratischen Becken, an deren 60 Meter breiten Kanten Wasser fast zehn Meter in die Tiefe stürzt.

Die Namen aller 2983 Opfer sind auf Bronzeplatten an den Rändern eingelassen. Die Menschen suchten die Namen ihrer Angehörigen und kopierten sie mit Bleistiften auf Papier.

Angst vor Anschlägen

Je näher der Jahrestag gekommen war, desto nervöser waren die US-Amerikaner geworden. Zuletzt hatte die Regierung wegen als glaubhaft eingestuften aber unbestätigten Berichten über neue Angriffspläne der sunnitischen Terrororganisation Al-Kaida die Sicherheitskräfte in New York und Washington in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

In Manhattan, wo sich Ground Zero befindet, waren die Massnahmen besonders streng: Die Polizei nahm an Zufahrtsstrassen, Tunneln und Brücken Autokontrollen vor, errichtete diverse Strassensperren und verlangte von Passanten Ausweispapiere. Auch die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung wurden durchleuchtet.

 

(fest/sda)

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