Russischer Wirtschaftsminister
Ende der EU-Sanktionspolitik gefordert
publiziert: Freitag, 19. Feb 2016 / 08:26 Uhr
Laut Alexej Uljukajew spüre die russische Wirtschaft die Folgen der Strafmassnahmen.
Laut Alexej Uljukajew spüre die russische Wirtschaft die Folgen der Strafmassnahmen.

Moskau/Berlin - Im Streit über gegenseitige Strafmassnahmen sieht Russland die Europäischen Union am Zug. «Jetzt liegt der Ball auf der Seite Brüssels», sagte Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew. Er appellierte mit Nachdruck an die EU, mit der Sanktionspolitik Schluss zu machen.

4 Meldungen im Zusammenhang
«Man kann nicht endlos den Einsatz hochtreiben, um die Stärke des anderen zu testen - dann werden beide Seiten verlieren», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die russische Wirtschaft spüre die Folgen der Strafmassnahmen, räumte Uljukajew ein.

«Das grösste Hindernis ist die Importeinschränkung hochtechnologischer Ausrüstungsgegenstände aus Deutschland.» Aber auch westliche Unternehmen litten. «Ich hoffe, dass sich letztlich der gesunde Menschenverstand durchsetzt», betonte der Minister.

Uljukajew wird am Freitag in Berlin zu einer Konferenz der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) erwartet. Es gehe darum, unter den derzeitigen Bedingungen neue Wachstumsmöglichkeiten zu finden. «Aber die Sanktionen waren nicht unsere Wahl. Und wir planen nicht, irgendwelche neuen Barrieren zu errichten», sagte Uljukajew.

Die EU hatte die Wirtschafts- und Finanzsanktionen wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und Moskaus Unterstützung prorussischer Separatisten in der Ostukraine verhängt. Moskau reagierte mit einem Verbot etwa für westliche Lebensmittel.

Kritik aus den Reihen der EU

Unlängst hatte der ungarische Regierungschef Viktor Orban sich demonstrativ von der EU-Sanktionspolitik distanziert. Bei der nächsten, Mitte des Jahres anstehenden Verlängerung der EU-Sanktionen gebe es «keinen Automatismus» mehr, hatte Orban bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau am Mittwoch betont. Die EU könne sich den «Luxus» nicht leisten, auf gute Wirtschaftsbeziehungen mit Russland zu verzichten.

Zuvor hatte schon der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer in Moskau für eine Aufhebung der Strafmassnahmen geworben. Im Anschluss an Seehofers Treffen mit Putin sei eine russisch-bayerische Arbeitsgruppe zur handelswirtschaftlichen Kooperation vereinbart worden, sagte Uljukajew.

Zur Weiterentwicklung beigetragen

Der Minister betonte, die Sanktionen hätten zur Weiterentwicklung der russischen Wirtschaft beigetragen. «Sie haben uns dazu gebracht, effizienter und schneller auf wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren sowie Massnahmen zum Importersatz und zur Erhöhung unserer Ernährungssicherheit zu treffen.» Trotz der Sanktionen und des extremen Preisverfalls bei Öl, von dem die Rohstoffmacht hochgradig abhängig ist, habe die russische Handelsbilanz 2015 deutlich im Plus gelegen. Das sei ein «Zeichen für Stabilität, Verlässlichkeit und grosse Reserven unserer Wirtschaft», sagte Uljukajew.

Die russische Wirtschaft steckt in einer tiefen Rezession mit zweistelligen Inflationsraten. Die Landeswährung Rubel ist zum US-Dollar und zum Euro deutlich abgerutscht.umte Uljukajew ein.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Moskau - Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch den vierten und letzten Teil der russischen Stromleitung auf die Krim ... mehr lesen
Putin ist unzufrieden mit den Sanktionen gegen Russland.
Berlin - Russlands Präsident Wladimir Putin hat eingeräumt, dass die westlichen ... mehr lesen
Brüssel - Die europäischen Wirtschaftssanktionen gegen ... mehr lesen
Die EU hatte nach dem Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt.
«Der Höhepunkt der Krise ist überschritten», sagte Putin.
Moskau - Angesichts einer schweren ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in ...
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten Erhebung für den «Daily Telegraph» behaupten die Befürworter eines Verbleibs in der EU mit 51 gegen 46 Prozent zwar eine Mehrheit. mehr lesen 
Deutschland - Die Linke  Magdeburg - Ein unbekannter Mann hat die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht auf dem Parteitag in Magdeburg mit einer Schokoladentorte beworfen. Zu der Aktion bekannte sich eine antifaschistische Initiative «Torten für Menschenfeinde». mehr lesen  
G7-Gipfel in Japan  Ise-Shima - Die G7-Staaten haben die Flüchtlingskrise als «globale ... mehr lesen 1
Keine Zusagen in Flüchtlingskrise  Ise-Shima - Kompromiss in Wirtschaftsfragen, Enttäuschung in der Flüchtlingskrise und Streit mit China. Der erste Tag des G7-Gipfels in ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1780
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2823
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1780
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1780
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1780
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1780
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 10°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 11°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig stark bewölkt, Regen
St. Gallen 10°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 9°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 11°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 11°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig stark bewölkt, Regen
Lugano 16°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten