Energiewende: Gemeinden spielen eine Schlüsselrolle
publiziert: Donnerstag, 12. Jul 2012 / 10:07 Uhr

Kosten in der Höhe von 30 Milliarden für die Energiewende, Solarzellen über eine Länge von 750 Kilometern Autobahn oder 400 Windgeneratoren bräuchte es, um die Strommenge nur eines Atomkraftwerks zu erzeugen. Aufgrund solcher Zahlen werden immer wieder Zweifel am Ziel der «Energiewende» geäussert. Konstruktiver urteilen Fachleute für kommunale Infrastrukturen - den Gemeinden kommt denn auch eine Schlüsselrolle bei der Energiewende zu.

Gastautor Prof. Klaus Ragaller war bis zu seiner Pensionierung Direktor bei ABB. Seither setzt er sich im Rahmen der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW für den Wissenstransfer ein.
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1 Meldung im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Energiepark Morgental
Energiewende-Projekt
morgental.ch

Energiestadt
Verein Energiestadt
energiestadt.ch

Kommunale Infrastrukturen
Organisation für kommunale Infrastrukturen
energiestadt.ch

Einwände gegen Technologiewechsel aufgrund vermeintlicher Killerargumente habe ich in meinem Berufsleben immer wieder erlebt - besonders wenn mit dem Wechsel ein tiefgreifender Strukturwandel verbunden war, wie jetzt bei der Ergänzung der wenigen Grossanlagen zur Energiegewinnung mit künftig sehr vielen kleinen Anlagen und einer Vielzahl verschiedener Technologien.

Einschlägige Erfahrungen der Gemeinden

Viel konstruktiver urteilen Fachleute der Gemeinden, da sie mit diversifizierten lokalen Strukturen vertraut sind. Alex Bukowiecki, Geschäftsführer der Organisation für kommunale Infrastrukturen (siehe weiterführende Links zur Meldung), vergleicht die Grösse und Art der nötigen Investitionen mit den Aufwendungen für die Elektrizitäts-, Gas-, Verkehrs- und Wasser-Infrastruktur. Insgesamt liegt deren Wiederbeschaffungswert bei 350 Milliarden Franken. Zahlen hierzu wurden im Nationalen Forschungsprogramm 54 zusammengestellt. Bukowieckis Schlussfolgerung: «Wenn wir uns den Erhalt der Infrastrukturen mit einem Investitionsbedarf von 350 Milliarden Franken bis 2050 leisten können, liegt auch der Umbau der Energieversorgung drin».

Im Gegensatz zu den eingangs genannten Installationen mit Grossanlagen nur einer Technik nutzen typische «Energiewende-Projekte» Kombinationen verschiedener Technologien, die kleinräumig an die Bedürfnisse der lokalen Verbraucher angepasst werden. Eine konventionelle Abwasserreinigungsanlage lässt sich beispielsweise aufwerten mit einer Wärmerückgewinnung, einem Abwasserkraftwerk und einer Biogasanlage. Auf der grossen Fläche der Anlage lassen sich Solarzellen installieren; Eine Kombination mit einer Holzwärmezentrale ermöglicht weitere Synergien (siehe beispielsweise Energiepark Morgental unter weiterführende Links zur Meldung)).

Potentiale für Erneuerbare Energien und Effizienzsteigerung

An solchen Projekten arbeiten 293 Gemeinden systematisch innerhalb der vom Bund unterstützten Aktion «Energiestadt». Ein Katalog mit 79 Massnahmen unterstützt sie bei der Planung und Durchführung. Auf der Website des Vereins Energiestadt (siehe weiterführende Links zur Meldung) sind die Projekte der einzelnen Gemeinden aufgelistet. Sie reichen von der Wärme- und Stromerzeugung über Effizienz- und Sparmassnahmen bis zur Gebäudeisolation und zur Förderung des nicht-fossilen Verkehrs ? und zeugen von vielen Möglichkeiten und einer grossen Ideenvielfalt.

Wesentlich ist, dass der Prozess damit beginnt, dass die lokalen Kunden-Bedürfnisse und die Potentiale an Einsparungen und Erneuerbaren Energien systematisch erfasst werden. Erst dann sollen Investitionsprojekte geplant werden ? ein fundamentaler Unterschied zur bisherigen Kraftwerksplanung auf Basis des extrapolierten Verbrauchszuwachses.

Der Schweizerische Städteverband drängt deshalb mit guten Gründen auf eine stärkere Beteiligung in der Energiepolitik: «Unverständlich ist, wie wenig der Bundesrat die Gemeinden als Akteure einbezieht». Die 19 in Swisspower vertretenen Stadtwerke haben im Juni in eigener Regie einen Masterplan 2050 zur Umsetzung der Energiewende unterzeichnet.

Wir alle können auf den Prozess Einfluss nehmen: Ist meine Gemeinde eine «Energiestadt»? Welche der 79 Massnahmen werden aktiv bearbeitet? Hat die Gemeinde ein längerfristiges Energiekonzept mit konkreten Zielen?

(Prof. Klaus Ragaller/ETH-Zukunftsblog)

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