20 bis 30 Prozent
Energiewende kommt Haushalte teuer zu stehen
publiziert: Freitag, 28. Sep 2012 / 14:50 Uhr
Der Bundesrat will gemäss Doris Leuthard neue Anreize zum Energiesparen schaffen.
Der Bundesrat will gemäss Doris Leuthard neue Anreize zum Energiesparen schaffen.

Bern - Durch die Energiestrategie 2050 dürften die Haushalte 20 bis 30 Prozent mehr für Energie bezahlen. Das schätzt der Bundesrat. Die Preise würden aber auch beim Bau neuer Atomkraftwerke (AKW) deutlich steigen, sagte Bundesrätin Doris Leuthard.

Professionelle Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik und Biogas.
11 Meldungen im Zusammenhang
Der Preisanstieg wird durch neue Vorschriften und den Zubau bei erneuerbaren Energien verursacht. Bis 2050 müssten rund 30 Milliarden Franken in den Bau neuer Anlagen investiert werden, sagte Energieministerin Doris Leuthard vor den Bundeshausmedien in Bern. Neue AKW würden aber ungefähr gleich viel kosten, sagte sie.

Energie sei heute grundsätzlich günstig, stellte Leuthard fest. Leider motiviere dies die Menschen nicht genug zum Sparen. Der Bundesrat wolle deshalb neue Anreize schaffen. Es müsse sich lohnen, Effizienzmassnahmen zu verwirklichen. Der Bundesrat visiert strengere Vorschriften und auch marktwirtschaftliche Instrumente an.

Grosse Kiste, offene Fragen

Die erneuerbaren Energien will der Bundesrat über beschleunigte Verfahren fördern; die Rekursmöglichkeiten sollen beschränkt werden. Zudem wird die Einspeisevergütung reformiert: Kleine Anlagen sollen nur noch mit einem einmaligen Beitrag gefördert werden. Die Förderbeiträge werden zudem rascher an die Marktpreise angepasst.

Der Bundesrat habe sich am Freitagmorgen zum fünften Mal über die künftige Energiestrategie unterhalten, sagte Leuthard weiter. «Das ist eine grosse Kiste, die der Bundesrat in Angriff nimmt.» Es seien noch viele Fragen offen. Die Vorlage mit Änderungen in zehn Gesetzen wird bis Ende Januar in eine Vernehmlassung geschickt.

Mit dem ersten Massnahmenpaket will der Bundesrat den Stromverbrauch deutlich senken. Dazu sollen im Energiegesetz quantitative Ziele festgelegt werden, sagte Leuthard. Demnach soll der Energieverbrauch bis 2035 um 35 Prozent sinken. Der Verbrauch an Treibstoffen und Heizöl soll um 50 Prozent sinken.

Schärfere Vorschriften für Autos

Bei der Mobilität will der Bundesrat über eine Verschärfung der Vorschriften für Neuwagen den Energieverbrauch senken. Statt 130 Gramm CO2-Ausstoss pro Kilometer ab Anfang 2013 sollen bis Ende 2020 nur noch 95 Gramm erlaubt sein.

Ausserdem wird diese Regelung nicht mehr nur für Personenwagen gelten, sondern auch für Lieferwagen und leichte Sattelschlepper. Betroffen sind nur neue Fahrzeuge. «Der Bundesrat strebt eine Erneuerung der Fahrzeugflotte an», sagte Leuthard.

Keine neuen Rahmenbewilligungen

Den Atomausstieg will der Bundesrat konkret damit umsetzen, dass er Rahmenbewilligungsgesuche für neue AKW oder für einen Ausbau der bestehenden nicht mehr bewilligen wird.

Das erste Massnahmenpaket genügt voraussichtlich nicht, um die Energie aus den AKW zu ersetzen. Ab 2021 soll deshalb die zweite Etappe der Energiewende beginnen. «Ab dann wollen wir die Förderung kontinuierlich abbauen zugunsten eines mehr lenkenden Systems», sagte Leuthard.

Ab 2021 will der Bundesrat eine Energieabgabe in der Verfassung verankern. Diese soll die heutige Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) und die CO2-Abgabe ablösen.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Schlagzeilen der Sonntagspresse: mehr lesen 1
«NZZ am Sonntag»: Trotz heftiger internationaler Kritik an Indonesien nach der jüngsten Hinrichtung von ausländischen Drogenhändlern hält die Schweiz an einer Einladung des indonesischen Präsidenten fest.
Der kalte Februar 2012 hat die Stromzähler angetrieben.
Bern - In der Schweiz ist der Stromverbrauch im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent ... mehr lesen
Bern - Der Bund will Energie sparen. Die Kantone sollen die Betriebszeit für Schaufensterbeleuchtungen sowie ... mehr lesen
Bei Fassadenbeleuchtungen verlangt das BFE sogar eine «grundsätzliche Infragestellung oder Einschränkung».
Windräder sollen 2050 insgesamt 4 Terawattstunden Strom produzieren.
Bern - Windräder können grundsätzlich auch in Waldgebieten aufgestellt werden. Das ... mehr lesen
Regensdorf ZH - Bundesrätin Doris Leuthard hat am Samstag an einer Veranstaltung in Regensdorf die Kritik an ihrem ... mehr lesen
Die Energiepolitik des Bundes muss gemäss Bundesrätin Leuthard etappenweise realisiert werden.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Das neue Wasserkraftwerk Rheinfelden wurde 2011 fertiggestellt.
Bern - Wasserkraftwerke sollen in ... mehr lesen
Bern - Rund 5000 Personen sind am Samstag dem Ruf der Gewerkschaften Unia, syndicom, PVB und SEV gefolgt und haben auf ... mehr lesen
5000 Unia-Sympathisanten fordern auf dem Bundesplatz Bekenntnis zur Industrie.
Gastautorin Sara Stalder ist Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS.
Seit Jahren setzt sich die Stiftung für Konsumentenschutz SKS dafür ein, ... mehr lesen
Bern - Bundesrätin Doris Leuthard erwartet von der Wirtschaft eine kritische und ... mehr lesen
Leuthard erwartet von der Wirtschaft eine kritische und konstruktive Begleitung der bundesrätlichen Energiestrategie. (Archivbild)
Die Vergrösserung des Grimselstausees hat energiepolitisch eine grosse Bedeutung.
Bern - Das Berner Kantonsparlament ... mehr lesen
Bern - In ihrer Energiestrategie setzt die SVP weiterhin auf die Atomkraft: Sie fordert ein Atomkraftwerk der neusten ... mehr lesen 2
SVP-Fraktionspräsident Adrian Amstutz und Nationalrat Hans Killer an der heutigen Pressekonferenz.
Professionelle Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik und Biogas.
Das System ist weder auf die fluktuierende Erzeugung aus Solar- oder Windkraftanlagen noch auf die direkte Einspeisung ins Verteilnetz ausreichend vorbereitet.
Das System ist weder auf die fluktuierende ...
ETH-Zukunftsblog Die Flexibilisierung der Stromnachfrage ermöglicht es, lokale Verteilnetze zu optimieren und zu stabilisieren: Mit dem Demand-Response-Verfahren lässt sich der Verbrauch auf Preissignale oder die Netzauslastung abstimmen. Die Rahmenbedingungen in der Schweiz sind gut, um in diesem Gebiet eine Vorreiterrolle in Europa einzunehmen. mehr lesen  
Green Investment Zu wenig Panels  Bern - Die von Fotovoltaikanlagen bebaute Fläche in der Schweiz hat im vergangenen Jahr um rund ...  
2016 wird der Solarstrom einer der wichtigsten erneuerbaren Stromquellen der Schweiz.
Solar-Ballon produziert auch nachts Energie Tokio - Tag und Nacht mit Sonnenlicht Energie produzieren: Das erhoffen sich die Forscher aus dem ...
Solar-Ballons: So stellt sich ein französischer Künstler die himmlischen Energieproduzenten vor.
Kampf gegen Atheisten, Vegetarier und Radfahrer: Der polnische Aussenminister Witold Waszczykowski
Etschmayer Seit die neue polnische Regierung dabei ist, die dortige Demokratie noch gründlicher zu demontieren, wie dies in Ungarn Viktor Orban ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3721
    Diese... Meldung dürfte besonders bei den CH-Polizeikorps zu einem erheblichen ... gestern 12:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3721
    Bei... der bisherigen Political Corectness kann man der Polizei in solchen ... Mo, 08.02.16 21:50
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3721
    Es... gilt weiterhin: für die afrikanischen Staaten ist es besser, wenn die ... So, 07.02.16 19:31
  • Midas aus Dubai 3761
    Ja Dreck! Ich kann als Dreck bezeichnen, wen ich will. Mörder, Vergewaltiger, ... Do, 04.02.16 23:23
  • Midas aus Dubai 3761
    Redaktionelles Wunder Ich frage mich schon warum Sie Wulle-Bascht-Tante alle auf's gröbste ... Do, 04.02.16 23:21
  • Kassandra aus Frauenfeld 1664
    Ein Mensch ist niemals Dreck! Vor gut 50 Jahren wurde der Kongo selbstständig. Bis dahin mussten ... Mi, 03.02.16 17:40
  • Pacino aus Brittnau 710
    Unsere Richter haben das Vertrauen verspielt . . . . . . das ist der eigentliche Skandal und alle Künstler, ... Di, 02.02.16 17:01
  • Midas aus Dubai 3761
    Nicht teuer Das ist nich teuer Zombie, das zahlt der Staat. Copyright Sozi-Idiot ... Mo, 01.02.16 02:51
 
Wettbewerb
   
Die geladenen Gäste werden eine Fahrt durch den mit 57 Kilometern längsten Bahntunnel der Welt machen.
Gotthard-Basistunnel  Bern - 160'000 Personen haben sich bis zum Ablauf des Wettbewerbs für Fahrkarten in jenen beiden Zügen beworben, die am 1. ...
Eröffnungsfahrt zu gewinnen  Bern - Wer am 1. Juni 2016 in einem der beiden Züge, die den Gotthard-Basistunnel eröffnen, mitfahren will, kann sich nun um Fahrkarten bewerben. ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich -2°C -0°C leicht bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt
Basel -2°C 1°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen -1°C 3°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern -2°C 4°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Luzern -1°C 5°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf -1°C 5°C leicht bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Lugano 2°C 8°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten