Entführer hatte Tat über Monate geplant
publiziert: Samstag, 26. Aug 2006 / 15:23 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 3. Apr 2007 / 09:38 Uhr

Wien - Der Entführer der heute 18-jährigen Natascha Kampusch aus Wien hat seine Tat über Monate hinweg penibel vorbereitet.

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Darauf deuten mehr und mehr Einzelheiten hin, die in den Medien veröffentlicht werden. Der jungen Frau war am Mittwoch nach acht Jahren Gefangenschaft in einem dunklen Verlies die Flucht gelungen. Den Täter, ein 44- jähriger gelernter Nachrichtentechniker, scheint kaum jemand gekannt zu haben: «Er war eher ein Phantom im Ort», sagte der Postbeamte von Strasshof den «Salzburger Nachrichten».

In dem kleinen Ort knapp 20 Kilometer nördlich von Wien hatte kaum jemand Kontakt zu dem Mann, der sich Stunden nach der Flucht seines Opfers das Leben nahm. Die Nachbarn seien ihm immer nur flüchtig begegnet. Er stehe nicht einmal im Telefonbuch, schrieben die «Salzburger Nachrichten» weiter.

Anschlüsse auf Name der Mutter

Die Festnetzanschlüsse seines Hauses in Strasshof, wo er Natascha acht Jahre lang in einem knapp zwei mal drei Meter grossen dunklen Verlies unter der Garage festgehalten hatte, und einer Zweitwohnung in Wien waren auf seine Mutter angemeldet. Auch einen Lieferwagen und ein sportliches Auto hatte der Mann auf den Namen seiner Mutter zugelassen, hiess es weiter.

Nach den bisherigen Ermittlungen spricht alles dafür, dass der Mann die Tat schon Monate, wenn nicht über Jahre hinweg vorbereitet hatte, berichtete der Wiener «Kurier». Das Tatfahrzeug, einen weissen Mercedes-Lieferwagen, habe er ein Jahr vor der Entführung gekauft.

Aushubarbeiten für Versteck

Auch die Aushubarbeiten für das perfekt versteckte winzige Verlies hatte er Medienberichten zufolge bereits lange vor dem Verbrechen abgeschlossen.

Seine berufliche Tätigkeit als Co-Geschäftsführer einer Firma, die auf Renovierung und Sanierung spezialisiert war, habe ihm als Tarnung für seine ständige Bautätigkeit am eigenen Haus gedient.

(ht/sda)

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