Entführung von 1500 Jugendlichen in Nepal
publiziert: Mittwoch, 7. Apr 2004 / 20:17 Uhr

Kathmandu - Maoistische Rebellen haben im Südwesten Nepals 1500 Jugendliche entführt. Die Jungen und Mädchen seien aus drei Dörfern in der entlegenen Provinz Kanchanpur verschleppt worden, sagte ein örtlicher Abgeordneter der Nachrichtenagentur afp.

Die Rebellen müssen aufgrund der hohen Verluste die jungen Männer zum Kampf zwingen.
Die Rebellen müssen aufgrund der hohen Verluste die jungen Männer zum Kampf zwingen.
Die Rebellen brachten sie mit 27 Lastwagen an einen unbekannten Ort, sagte der Abgeordnete Rajendra Singh Rawal. Unter den am Vorabend Entführten waren nach Angaben Rawals auch minderjährige Mädchen. Vor ihrer Abfahrt hätten die Entführer angekündigt, bald zurückzukehren und weitere junge Männer zu holen.

Rebellen ohne Nachwuchs

Die Regierung wirft den Rebellen vor, angesichts ihrer wachsenden Verluste junge Männer dazu zu zwingen, für sie zu kämpfen. Aus Angst vor Entführungen flüchteten viele Einwohner über die Grenze ins benachbarte Indien. Erst zu Beginn dieser Woche waren laut Polizei in der Region Dadheldhura in West-Nepal 150 Lehrer verschleppt worden.

Ziel ist kommunistische Republik

Die maoistischen Aufständischen versuchen seit 1996, die konstitutionelle Monarchie zu stürzen und eine kommunistische Republik zu errichten. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen kamen in dem Bürgerkrieg bislang 9500 Menschen ums Leben.

(pt/sda)

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