Freidenker arbeitet wieder als Lehrer
Entlassener Lehrer hat nach Kruzifix-Streit neue Stelle
publiziert: Samstag, 6. Aug 2011 / 17:33 Uhr
Darf in kruzifixfreiem Schulzimmer unterrichten: Valentin Abgottspon
Darf in kruzifixfreiem Schulzimmer unterrichten: Valentin Abgottspon

Stalden VS - Der Walliser Lehrer, der nach einem Streit um das Kruzifix im vergangenen Jahr fristlos entlassen wurde, hat wieder eine Lehrerstelle im Wallis gefunden. Zur fristlosen Entlassung muss sich die Walliser Regierung äussern.

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Die Kündigung des Lehrers Valentin Abgottspon in Stalden VS sorgte im Oktober 2010 national für Aufsehen. Der Freidenker hatte das Kruzifix von der Wand seines Schulzimmers entfernt. Als er sich weigerte, das Kreuz wieder aufzuhängen, wurde er entlassen. Die Walliser Behörden begründeten die fristlose Entlassung damit, dass das Vertrauensverhältnis gestört sei.

Nun arbeitet Abgottspon in Mörel VS in der Nähe von Brig als Lehrer der Orientierungsstufe, wie er in einem Interview sagte, das in den Westschweizer Zeitungen «Le Courrier» und «La Liberté» am Samstag erschien. Er habe nicht erwartet, eine Anstellung im Wallis zu finden und sei bereit gewesen, nach Genf oder Zürich zu ziehen.

Die Schulleitung in Mörel habe grossen Mut bewiesen, hielt er fest. Er habe seinem neuen Arbeitgeber versprochen, dass Mörel nicht zu einem Ort der Polemik werde. An den vier Messen pro Jahr müsse er nicht teilnehmen. «Ich habe nur gesagt, ich wäre glücklich, wenn über der Wandtafel kein Kruzifix hinge.»

Seine Entlassung in Stalden hat Abgottspon angefochten. Zum Rekurs muss sich nun der Staatsrat (Exekutive) äussern, danach allenfalls das Kantonsgericht. Er sei aber auch bereit, bis vor Bundesgericht zu gehen, sagte Abgottspon.

(et/sda)

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