Entschädigung von Holocaust-Opfern abgeschlossen
publiziert: Dienstag, 20. Mrz 2007 / 23:10 Uhr

Washington - Nach Auszahlung von mehr als 300 Millionen Dollar an knapp 50 000 Empfänger sind die Entschädigungsverfahren für Versicherungspolicen von Holocaust-Opfern für abgeschlossen erklärt worden.

Lawrence Eagleburger, Präsident der Internationalen Kommission für Versicherungsansprüche aus der Holocaust-Zeit (ICHEIC).
Lawrence Eagleburger, Präsident der Internationalen Kommission für Versicherungsansprüche aus der Holocaust-Zeit (ICHEIC).
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«Keine Zahlung kann die Leiden durch den Holocaust ungeschehen machen», erklärte der Präsident der Internationalen Kommission für Versicherungsansprüche aus der Holocaust-Zeit (ICHEIC), der frühere US-Aussenminister Lawrence Eagleburger, bei der Abschlussitzung des Gremiums in Washington.

Dennoch sei durch die Entschädigungen «all jenen ein kleines Mass an Gerechtigkeit zuteil geworden, denen diese so lange verwehrt worden war».

Die Kommission habe «alle Ansprüche entschieden» und könne «nach neun Jahren Tätigkeit ihre Türen schliessen», erklärte Eagleburger. Die ICHEIC war 1998 gegründet worden, um Versicherungsansprüche aus der Holocaust-Ära für Antragsteller kostenfrei zu ermitteln, zu bearbeiten und auszuzahlen.

«Wir gehen davon aus, dass durch dieses Verfahren alle eventuell noch unreguliert gebliebenen Versicherungsansprüche von Opfern des Holocaust und deren Erben entschädigt werden konnten», erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Frank von Fürstenwerth in Berlin.

Mehr als 11 000 Versicherungen entschädigt

Nach Angaben des Verbands wurden mehr als 11 000 Versicherungen entschädigt, die im damaligen Deutschen Reich abgeschlossen worden waren. Dafür seien 102 Millionen Dollar an gut 8600 Empfänger ausgezahlt worden. Kritiker bemängelten, dass die Entschädigungen viel zu spät kommen.

«Die Überlebenden haben zu lange warten müssen, bis sich die Versicherungskonzerne des Diebstahls tausender Policen annahmen», erklärte der Vorsitzende der Amerikanischen Vereinigung der Holocaust-Überlebenden, Roman Kent, der auch Mitglied der ICHEIC ist.

Die ICHEIC hatte es sich zur Aufgabe gemacht, all jene Holocaust-Opfer und deren Angehörigen zu entschädigen, deren Versicherungspolicen im nationalsozialistischen Deutschland entzogen worden waren und die in früheren Verfahren noch nicht entschädigt worden waren.

(smw/sda)

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