Über 800 Gene
Erbgut der Bettwanzen gibt Aufschluss über ihr Erfolgsrezept
publiziert: Mittwoch, 3. Feb 2016 / 13:44 Uhr
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bettwanze Cimex lectularius fast verschwunden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bettwanze Cimex lectularius fast verschwunden.

Bern - Ein internationales Forscherteam mit Schweizer Beteiligung hat die Erbinformation der Bettwanze entschlüsselt. Die Erkenntnisse sollen auch neue Ansätze für ihre Bekämpfung liefern.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bettwanze Cimex lectularius dank Insektiziden fast verschwunden. In den vergangenen zwanzig Jahren hat dieser lästige Parasit jedoch ein globales Comeback gefeiert. Ein Grund dafür ist seine zunehmende Resistenz gegen gängige Insektizide. Nun hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Swiss Institute of Bioinformatics sein Erbgut unter die Lupe genommen.

In zwei Studien im Fachjournal «Nature Communications» gingen die Forschenden der genetischen Grundlage von Biologie und Insektizid-Resistenzen des Blutsaugers auf den Grund. Mit fast 700 Millionen Bausteinen und etwa 37'000 Genen stellte sich das Bettwanzen-Genom als grösser heraus als erwartet.

Blutsauger mit Bakterien-Genen

Dabei entdeckten die Forschenden aber auch, dass über 800 Gene ursprünglich gar nicht von der Bettwanze stammten. Offenbar hat sie diese von Bakterien übernommen und zu ihrem Vorteil genutzt. Einige Gene der symbiontischen Bakterie Wolbachia zum Beispiel erlauben offenbar eine bessere Verdauung menschlichen Blutes.

Das einzigartige genetische Profil, das sich durch diese Fremdgene ergebe, könnte Hinweise auf neue Angriffspunkte gegen den Parasiten liefern, wie die Forschenden schrieben. Und noch eine weitere Erkenntnis: Die Bekämpfung ist wahrscheinlich am effektivsten vor der ersten Blutmahlzeit.

Diese löst nämlich eine ganze Kaskade von Veränderungen aus, wie die Forschenden feststellten. Erst dann werden bestimmte Gene abgelesen, die dem Insekt einen dickeren Panzer bescheren und es robuster gegenüber Insektiziden machen. Darunter fallen gleich mehrere Enzyme und spezielle Ionenkanäle in Zellen, die Gifte schnell neutralisieren.

Evolutive Anpassung an brutale Paarung

Robust müssen die Bettwanzen auch für die Paarung sein. Die Männchen durchstechen dabei nämlich den Leib des Weibchens, um das Sperma direkt in die Bauchhöhle zu injizieren. Ein Aggregat aus dem extrem elastischen Protein Resilin erlaubt ihnen jedoch, dies unbeschadet zu überstehen. Die Erbgutanalysen ergaben, dass sich die dazugehörigen Gene vor nicht allzu langer Zeit vervielfältigt haben.

Auch mittels der nun gesammelten Daten möchten die Wissenschaftler dem Rätsel auf die Spur kommen, wie Bettwanzen Infektionen im Zuge dieser Paarung vermeiden. Diese Erkenntnisse könnten für die Medizin interessant sein.

(cam/sda)

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