Erboste Hausärzte streiken in der Westschweiz
publiziert: Dienstag, 24. Mrz 2009 / 15:15 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 24. Mrz 2009 / 20:16 Uhr

Lausanne - In Genf und in der Waadt haben hunderte Ärztinnen und Ärzte die Arbeit niedergelegt. Mit dem Streik protestierten sie gegen die von Gesundheitsminister Pascal Couchepin verordnete Senkung der Labortarife.

Rund 2000 Ärztinnen und Ärzte demonstrieren in Lausanne gegen die geplante Senkung der Labortarife.
Rund 2000 Ärztinnen und Ärzte demonstrieren in Lausanne gegen die geplante Senkung der Labortarife.
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«Das ist der erste Ärztestreik seit Menschengedenken», erklärte der Arzt Jean-Pierre Pavillon am Morgen vor den Medien. Nur weil die Zukunft des Berufs auf dem Spiel stehe, sei es soweit gekommen, sagte der Präsident der Waadtländer Ärztegesellschaft (SVM), die zum Ausstand aufgerufen hatte.

Laut Angaben der Ärztegesellschaft wurde der Streikaufruf gut befolgt. Sie ging davon aus, dass die Mehrheit der 1500 Waadtländer Arztpraxen geschlossen blieben. In Genf machten nach Angaben des dortigen Verbandes gegen 90 Prozent der 800 Privatpraxen im Kanton am Streik mit.

Gegen 4000 Personen beteiligten sich an Protestmärschen in Lausanne und Genf. In der Waadtländer Hauptstadt versammelten sich am Mittag laut Polizei 2000 Ärztinnen, Ärzte, Praxisangestellte, Medizinstudierende und vereinzelte Patienten. Ausgerüstet mit Arztkitteln, Stethoskopen und anderem medizinischen Gerät drückten sie ihre Sorge über die Entwicklung im Gesundheitswesen aus.

«Hände weg von meinem Labor»

Sie trugen Banderolen mit Slogans wie «Für eine durchdachte Gesundheitspolitik» oder «Hände weg von meinem Labor». Scharfe Kritik übten sie an Bundesrat Couchepin, der mit der auf Anfang Juli beschlossenen Senkung der Tarife für Laboranalysen die Gesundheitskosten um 200 Millionen Franken drücken will.

Dadurch wird die Rentabilität der kleinen Labors sinken. Hausärzte mit eigenen Paxislabors gehen davon aus, dass sie wegen der tieferen Abgeltung künftig selbst keine Analysen mehr anbieten können und ihre Labors schliessen müssen.

Unzufrieden sind die Ärztinnen und Ärzte landesweit. Die Deutschschweizer Mediziner wollen am 1. April demonstrieren und teilweise auch streiken.

(smw/sda)

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