Mikrobielles Leben unter Meeresboden entdeckt
Erdmantelgestein und Meerwasser schaffen Potenzial für neues Leben
publiziert: Dienstag, 8. Sep 2015 / 10:45 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Sep 2015 / 11:07 Uhr
Forscherhaben in kreidezeitlichen Gesteinen tief unter dem Meeresboden Hinweise auf mikrobielles Leben entdeckt.
Forscherhaben in kreidezeitlichen Gesteinen tief unter dem Meeresboden Hinweise auf mikrobielles Leben entdeckt.

Bremen - Forscher unter der Beteiligung des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen (MARUM) haben in kreidezeitlichen Gesteinen tief unter dem Meeresboden Hinweise auf mikrobielles Leben entdeckt.

Die urzeitlichen Mikroben sind wahrscheinlich die gleichen, die heute an bestimmten heissen Quellen inmitten des Atlantiks leben. Die Entdeckung stützt die Hypothese, dass die Wechselbeziehungen zwischen Erdmantelgestein und Meerwasser das Potenzial für Leben schaffen - sogar in Gesteinen unter dem Meeresboden.

Bausteine des Lebens

«Ursprünglich wollten wir an den Gesteinsproben untersuchen, wie Meerwasser und Mantelgestein einander beeinflussen und wie durch diesen Prozess Wasserstoff entsteht», sagt Frieder Klein, beteiligter Wissenschaftler von der Woods Hole Oceanographic Institution, und Erstautor der Studie. «Aber während unserer Analysen entdeckten wir Einschlüsse in den Gesteinsproben, die reich an organischem Material waren. Sie enthielten Proteine, Fette und Aminosäuren - die Bausteine des Lebens - konserviert in den sie umgebenden Mineralen.»

Den Experten nach stammen diese Überreste von Mikroorganismen, die sich vor 150 bis 100 Mio. Jahren genau dort entwickelt haben, wo sich der Graben zwischen den Kontinenten auftat. Durch die Bewegung der Erdplatten wurde Mantelgestein aus dem Erdinneren nach oben zum Meeresboden gezogen und kam in Kontakt mit dem Meerwasser. Die dabei ablaufenden chemischen Reaktionen verwandelten das Meerwasser in sogenannte hydrothermale Fluide - heisse, wasserstoffreiche, wässrige Lösungen, heisst es in der aktuellen Untersuchung.

Enorme Ähnlichkeiten

Mit seinen ersten Analysen fand Klein Aminosäuren, Proteine und Fette in den Gesteinsproben. Sie lieferten jedoch nicht genügend detaillierte Infos, um die Biomoleküle mit denen anderer Mikroorganismen aus verschiedenen Ökosystemen vergleichen zu können. Daher holte sich Klein Verstärkung von der Universität Bremen, wo er 2009 seine Doktorarbeit verfasste. MARUM-Expertin Florence Schubotz ist Expertin für die Analyse von Lipiden, chemischer Verbindungen, zu denen auch die Fette gehören.

Schubotz : «Ich habe die Mio. Jahre alten Gesteine auf das Vorkommen von speziellen Kohlenwasserstoffen untersucht, welche Überreste von mikrobiellen Membranlipiden darstellen. Diese konnte ich mit den modernsten Methoden, die mir am MARUM zur Verfügung stehen, auftrennen und identifizieren, um sie dann mit denen aus anderen Ökosystemen am und im Meeresboden zu vergleichen», erklärt die Geochemikerin. «Erstaunlicherweise ähneln sie einer ganz speziellen Gruppe, die im Hydrothermalfeld ,Lost City' vorkommt.»

(cam/pte)

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