Risiko um mehr als 80 Prozent reduziert
Erdnüsse: Früher Konsum beugt Allergie vor
publiziert: Dienstag, 24. Feb 2015 / 16:15 Uhr
Eine Erdnuss-Allergie lässt sich verhindern.
Eine Erdnuss-Allergie lässt sich verhindern.

London - Der frühe Verzehr erdnusshaltiger Nahrung verringert das Risiko einer späteren Allergie, wie das King's College London ermittelt hat. Tests mit 628 Babys, die eine Anfälligkeit aufwiesen, haben gezeigt, dass das Risiko um mehr als 80 Prozent abnahm.

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Laut dem Team um Gideon Lack ist es das erste Mal gelungen, die Entwicklung einer Allergie zu verringern. Experten wie Simon Murch vom University Hospital Coventry warnen jedoch, dass gefährdete Familien nicht selbst mit Erdnussprodukten experimentieren sollten.

Bestehende Symptome lindern

Die Forscher hatten zuvor herausgefunden, dass jüdische Kinder in Israel, die früher mit Erdnüssen in Kontakt kamen, über um das Zehnfache geringere Allergiewerte verfügten als ihre Altersgenossen in Grossbritannien. Für die Studie konzentrierten sich die Experten daher auf Babys im Alter von vier Monaten, die bereits an Ausschlägen litten. Diese Ekzeme gelten als frühes Warnzeichen für Allergien. Mit Prick-Tests wurden jene Kinder identifiziert, die noch nicht unter einer Erdnussallergie litten oder nur geringe Reaktionen zeigten.

Kinder unter fünf Jahren sollten aufgrund des Erstickungsrisikos keine ganzen Erdnüsse essen. Daher erhielt die Hälfte der Teilnehmer einen Snack, der Erdnüsse enthielt. Die andere Hälfte mied Erdnüsse auch weiterhin. Die im «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Ergebnisse legen nahe, dass auf 100 Kinder 14 entfallen, die normalerweise bis zum Alter von fünf Jahren eine Allergie entwickeln würden. Dieser Wert fiel bei den behandelten Kindern um 86 Prozent auf zwei von 100 Kindern. Auch die Kinder, die bereits empfindlich auf Erdnüsse reagierten, profitierten. Ihre Allergiewerte fielen von 35 auf elf Prozent.

Hoffnung für andere Allergien

Lack nach ist es erstmals gelungen, die Entstehung einer Allergie zu verhindern. Kinder mit einem hohen Allergierisiko sollten untersucht und getestet werden. In den meisten Fällen könne ein früher Kontakt mit Erdnüssen helfen. «Uns ist bewusst, dass das früheren Empfehlungen widerspricht. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, dass wir uns auf diese Kinder konzentrieren und so versuchen, diese immer weiter um sich greifende Allergie einzudämmen.» Experten gehen davon aus, dass ein ähnlicher Ansatz auch bei anderen Allergien wie Eiweiss helfen könnte.

(bg/pte)

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