Erdogan appelliert an die türkische Regierungspartei
publiziert: Dienstag, 4. Mrz 2003 / 17:24 Uhr

Ankara - Der Vorsitzende der türkischen Regierungspartei AKP, Recep Tayyip Erdogan, hat nach dem Nein des Parlamentes zur US-Truppenstationierung an die eigene Partei appelliert. Sie solle ihrer Verantwortung gerecht werden, forderte Erdogan.

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Die Türkei könne angesichts der Ereignisse in Irak kein blosser Zuschauer bleiben, sagte Erdogan. Bei der Parlamentsabstimmung am Wochenende hatten rund 100 AKP-Abgeordnete der Regierung die Gefolgschaft verweigert, was zur Ablehung des Antrags führte.

Erdogan bewirbt sich am kommenden Sonntag bei einer Nachwahl im südostanatolischen Siirt um ein Parlamentsmandat, das ihm nach Einschätzung von Beobachtern so gut wie sicher ist. Nach der Wahl will Erdogan Ministerpräsident Abdullah Gül ablösen und eine neue Regierung bilden.

Der türkischen Nachrichtensender NTV meldete, Erdogan werde als Regierungschef wahrscheinlich einen neuen Versuch unternehmen, vom Parlament die Genehmigung zur Stationierung von 60 000 US-Soldaten in der Türkei zu erhalten.

Derweil setzen die USA ungeachtet aller diplomatischen Bemühungen ihren militärischen Aufmarsch für einen Krieg gegen den Irak verstärkt fort.

Mittlerweile haben die Amerikaner schätzungsweise 250 000 Soldaten in der Umgebung des Persischen Golfs zusammengezogen, rund 100 000 von ihnen in Kuwait. Weitere 60 000 erhielten ihren Marschbefehl. Grossbritannien, der engste Verbündete der USA, hat rund 30 000 Mann in Stellung gebracht, die meisten ebenfalls in Kuwait.

Die USA und Grossbritannien wollen ihren Irak-Resolutionsentwurf voraussichtlich nächste Woche im UNO-Sicherheitsrat zur Abstimmung bringen. UNO-Chefinspektor Hans Blix wird vermutlich am Freitag über die Waffenkontrollen in Irak Bericht erstatten.

(fest/sda)

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