Erdogan ruft seine Landsleute zu Einheit und Ruhe auf
publiziert: Montag, 30. Apr 2007 / 22:33 Uhr

Ankara - In der Krise um die türkische Präsidentenwahl hat Ministerpräsident Tayyip Erdogan seine Landsleute in einer Fernsehansprache zu Einheit und Ruhe aufgerufen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.
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Angesichts einer drohenden Intervention des Militärs wegen der Nominierung des derzeitigen Aussenministers Abdullah Gül sagte Erdogan: «Einheit, Zusammenhalt, Solidarität - diese Dinge brauchen wir am meisten. Viele Probleme können wir lösen, solange wir uns gegenseitig mit Liebe behandeln.»

In Anspielung auf das starke Wirtschaftswachstum unter seiner Führung erklärte er, die Türkei entwickle sich sehr schnell. «Wir müssen diese Atmosphäre der Stabilität und Ruhe beschützen.»

Erdogans Rede war bereits am Samstag aufgezeichnet worden - einen Tag, nachdem das auf eine klare Trennung von Staat und Religion bedachte Militär mit einem Eingreifen bei der jüngsten Präsidentenwahl gedroht hatte. Als traditionelle Hüterin des sakulären Systems hat die Armee seit 1960 vier Regierungen aus dem Amt gejagt.

AKP will mit Gül um Präsidenten wählen

Die regierende AKP will mit Gül erstmals einen ehemaligen Islamisten zum Präsidenten wählen. Die Entscheidung hat das Land in eine tiefe Krise gestürzt: Aus Protest gegen eine schleichende Islamisierung des Landes gingen am Sonntag eine Million Menschen auf die Strasse. Die türkischen Finanzmärkte erlitten die stärksten Verluste seit knapp einem Jahr.

Aus Bedenken vor einem islamisch geprägten Staatspräsidenten rief zudem die türkische Opposition zum Schutz der Republik auf. Alle Gegner der islamistischen Regierung sollten sich zu einem Bündnis zusammenschliessen, erklärte Deniz Baykal, Chef der grössten säkularen Oppositionspartei CHP.

Im Streit um die Neuwahl des Staatspräsidenten will das Verfassungsgericht spätestens am Mittwochmorgen seine Entscheidung über die Rechtmässigkeit der Abstimmung verkünden. Ein zweiter Wahlgang soll dann am Nachmittag stattfinden.

(li/sda)

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