Erdogan schlägt Kompromiss im Kopftuch-Streit vor
publiziert: Freitag, 9. Jul 2004 / 13:36 Uhr

Istanbul - Nach dem Kopftuch-Urteil des Strassburger Gerichtshofs für Menschenrechte hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan einen Kompromiss vorgeschlagen.

Recep Tayyip Erdogan meint, auch Kopftuchträgerinnen sollen studieren können.
Recep Tayyip Erdogan meint, auch Kopftuchträgerinnen sollen studieren können.
Das an staatlichen Universitäten verbotene Kopftuch könnte zumindest an privaten Hochschulen erlaubt werden, sagte Erdogan im privaten Fernsehsender Kanal D. Das könne eine Zwischenlösung sein, erklärte der gemässigt-islamische Ministerpräsident.

Das Strassburger Gericht hatte letzte Woche das Kopftuch-Verbot an den staatlichen Universitäten der Türkei bestätigt. Erdogans Regierung tritt für eine Lockerung des Verbots ein, trifft dabei aber auf den Widerstand des Staatspräsidenten Ahmet Necdet Sezer und der Armee, die das Kopftuch als Zeichen des radikalen politischen Islam ablehnen.

Erdogan sagte, auch Kopftuch-Trägerinnen sollten die Möglichkeit einer Universitätsausbildung haben. Er verwies auf Beispiele in anderen Staaten, in denen mit Kopftuch studiert werden kann. Erdogans eigene Töchter studieren in den USA, weil sie mit Kopftuch nicht an türkischen Universitäten zugelassen werden.

(fest/sda)

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