Erdogan und Zapatero rufen zu Mässigung auf
publiziert: Montag, 6. Feb 2006 / 13:18 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Feb 2006 / 13:47 Uhr

Paris - Im Konflikt um die Mohammed-Karikaturen mehren sich die Stimmen, die zur Mässigung aufrufen. Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan taten dies in einem gemeinsamen Appell.

Louis Rodríguez Zapatero und Recep Tayyip Erdogan gingen gemeinsamen an die Presse.
Louis Rodríguez Zapatero und Recep Tayyip Erdogan gingen gemeinsamen an die Presse.
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«Wir werden alle Verlierer sein, wenn es uns nicht gelingt, die Situation sofort zu entschärfen, die in ihrem Sog nur einen Pfad von Misstrauen und Missverständnis zwischen beiden Seiten hinterlassen kann», schreiben sie in einem veröffentlichten Artikel.

Meinungsfreiheit sei ein Eckpfeiler des demokratischen Systems und werde niemals aufgeben, heisst es im Artikel, der in der Zeitung «International Herald Tribune» erschienen ist. Aber es gebe keine Rechte ohne Verantwortung und Respekt für verschiedene Empfindungen.

«Die Veröffentlichung der Karikaturen mag ganz und gar legal sein, aber sie ist nicht gleichgültig und sollte folglich von einem moralischen und politischen Standpunkt abgelehnt werden.»

Gemüter beruhigen

Auch Frankreich rief die arabischen Länder zur Mässigung auf. «Beruhigen wir die Gemüter. Es reicht mit dem Hass und der Intoleranz», sagte Aussenminister Philippe Douste-Blazy im Radio.

Es dürfe keinen Religionskrieg geben. «Es gibt keine Religion auf der Welt, die sagt, dass man töten oder Flaggen verbrennen muss. Es gibt Leute, die mit der Religion Politik machen wollen. Das sind Fanatiker», sagte Douste-Blazy.

Im Krieg der Zivilisationen

Manche glaubten sich im Krieg der Zivilisationen. Sie wie «die Syrer und die Bin Ladens reiben sich die Hände», sagte Douste-Blazy. Doch es sei auch ein Skandal, dass manche jeden Muslim für einen potenziellen Terroristen hielten.

Hunderttausende Muslime rund um den Globus protestieren seit rund zehn Tagen gegen die zuerst in einer dänischen Zeitung veröffentlichten Karikaturen, die den Propheten Mohammed unter anderem mit einer Bombe als Turban zeigen. Die Zeichnungen wurden in Blättern in ganz Europa nachgedruckt.

(fest/sda)

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