Prozess gegen Journalisten
Erdogan wütend über Diplomaten
publiziert: Samstag, 26. Mrz 2016 / 18:40 Uhr
Recep Tayyip Erdogan empörte sich am Samstag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. (Archivbild)
Recep Tayyip Erdogan empörte sich am Samstag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. (Archivbild)

Istanbul - Mit Empörung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf die Präsenz ausländischer Diplomaten als Beobachter im Prozess gegen zwei prominente Journalisten reagiert. Unter den Diplomaten waren der deutsche Botschafter und der britische Generalkonsul.

3 Meldungen im Zusammenhang
«Dies ist nicht Ihr Land, dies ist die Türkei», empörte sich Erdogan am Samstag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. Die Diplomaten könnten im Rahmen ihrer Vertretungen tätig werden, ansonsten sei eine Erlaubnis nötig.

In Istanbul hatte am Freitag der umstrittene Prozess gegen die beiden regierungskritischen Journalisten der Zeitung «Cumhuriyet», Can Dündar und Erdem Gül, begonnen. Dündar ist Chefredaktor der Zeitung «Cumhuriyet», Gül Hauptstadt-Büroleiter.

Sie müssen sich nach einem Bericht über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an Islamisten in Syrien wegen des Vorwurfs der Spionage und des Verrats von Staatsgeheimnissen verantworten.

Erdogan hatte persönlich Strafanzeige gestellt. Zum Prozessauftakt waren etwa 200 Besucher ins Gericht gekommen, darunter Kollegen, Oppositionspolitiker, einfache Bürger und ausländische Diplomaten. Erdogan warf den Diplomaten nun vor, sie hätten «Stärke demonstrieren» wollen. «Wer sind Sie? Was machen Sie da?», rief er wütend in seiner Rede aus.

Künftig hinter verschlossenen Türen

Der Prozess findet künftig hinter verschlossenen Türen statt. Die Richter gaben zum Prozessauftakt einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Die Unterstützer der beiden Angeklagten im Gerichtssaal reagierten empört auf den Ausschluss der Öffentlichkeit.

Gegen den Prozess hatten der Europarat, internationale Journalistenverbände sowie unter anderen mehr als hundert Autoren in einem offenen Brief protestiert, unter ihnen Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa.

Kritiker werfen der türkischen Regierung ein zunehmend repressives Vorgehen gegen oppositionelle Medien vor. Auf einer Rangliste zum Stand der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 149 von 180 Staaten. Dutzende Journalisten sind in dem Land inhaftiert.

(arc/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist in der Türkei der umstrittene Prozess gegen zwei regierungskritische Journalisten ... mehr lesen
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte persönlich Strafanzeige gestellt.
Präsident Erdowie-Erdowo-Erdogan: Kein Musikgehör für Satire.
Etschmayer Nach einem Satiresong der Sendung 'Extra 3' über den türkischen Präsidenten Erdogan wurde der deutsche Botschafter ins ... mehr lesen 1
Istanbul - In Istanbul hat am Freitag der Prozess gegen zwei regierungskritische Journalisten begonnen. Dem Chefredaktor der ... mehr lesen
Dylann Roof hatte 2015 neun Menschen getötet.
Attentat von Charleston  Washington - Auch die US-Bundesjustiz wird die Todesstrafe für den mutmasslichen rassistischen Attentäter von Charleston fordern. Dies teilte Justizministerin Loretta Lynch am Dienstag in Washington mit. 
Skandal um US-Promis  Los Angeles - Ein 36-jähriger US-Amerikaner, der sich illegal Zugang zu E-Mail-Konten ...
Verdächtiger nach Nacktfoto-Skandal festgenommen Los Angeles - Im Skandal um illegal verbreitete Nacktfotos von Prominenten ist in den USA ein Tatverdächtiger festgenommen ...
Jennifer Lawrences Hacker muss mit 5 Jahren Haft rechnen Jennifer Lawrence (25) und viele ihrer Kolleginnen schauen derzeit gebannt nach Kalifornien.
Promis wie Jennifer Lawrence, Kate Upton, Kim Kardashian und Ariana Grande waren Opfer der Hacker-Attacke.
Bill Cosby.
Missbrauchsvorwürfe  Norristown - Dem US-Entertainer Bill Cosby wird wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs der ...  
Titel Forum Teaser
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 7°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 7°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Bern 5°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Genf 6°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten