Ergebnislose erste Runde in der Türkei
publiziert: Freitag, 27. Apr 2007 / 17:35 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Apr 2007 / 20:03 Uhr

Ankara - Bei der Präsidentenwahl im türkischen Parlament ist der gemässigt islamische Kandidat Abdullah Gül im ersten Wahlgang gescheitert. Der bisherige Aussenminister verfehlte die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit um zehn Stimmen.

Erdogan appellierte an die Opposition, am Wahlgang teilzunehmen.
Erdogan appellierte an die Opposition, am Wahlgang teilzunehmen.
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Ein zweiter Wahlgang soll nun am Mittwoch stattfinden. Allerdings könnte das Verfassungsgericht noch einen Strich durch die Rechnung machen: Die streng weltlich orientierte Republikanische Volkspartei (CHP) hat die Abstimmung angefochten, da weniger als zwei Drittel der Abgeordneten an der ersten Runde teilnahmen.

Für Gül stimmten insgesamt 357 Parlamentarier. Sollte er auch im zweiten Wahlgang nicht die nötige Mehrheit erhalten, würde in der dritten Runde - aller Voraussicht nach am 9. Mai - die einfache Mehrheit reichen.

Die Chefs der oppositionellen Mutterlandspartei wie auch der ebenfalls säkularen Partei des Rechten Weges hatten schon im Vorfeld angekündigt, den ersten Wahlgang zu boykottieren. Das weltliche Lager lehnt Gül wegen seiner islamistischen Vergangenheit ab.

Sollte der Politiker in das höchste Staatsamt gewählt werden, wäre es das erste Mal, dass der traditionell von Säkularisten besetzte Posten in der modernen Türkei an einen ehemaligen Islamisten geht. Die Regierungspartei AKP würde dann auch alle politischen Schlüsselpositionen innehaben.

Das Verfassungsgericht will noch vor Mittwoch über die von der CHP eingereichte Klage entscheiden. Sollten die Richter der Klage gegen müsste die Regierung Neuwahlen ausschreiben.

(smw/sda)

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