Krieg am Horn von Afrika
Eritrea: Äthiopiens Angriff vor Assab abgewehrt
publiziert: Sonntag, 4. Jun 2000 / 18:44 Uhr

Asmara - In einer eintägigen Schlacht hat Eritrea nach eigenen Angaben einen äthiopischen Angriff auf die Hafenstadt Assab am Roten Meer abgewehrt. Die jüngsten Kämpfe trieben erneut viele Menschen in die Flucht.

Der eritreische Präsidentenberater Yemane Gebremeskel sagte am Sonntag in Asmara, die gegnerischen Truppen seien auf der ganzen Linie zurückgeschlagen worden. Die beiden äthiopischen Divisionen hätten bei der Schlacht in der Wüstenebene hohe Verluste erlitten.
An der rund 37 Kilometer westlich Assabs gelegenen Front sei mittlerweile Ruhe eingekehrt. Beide Seiten hatten sich gegenseitig für den Ausbruch der Gefechte am Samstagmorgen verantwortlich gemacht.
Äthiopien hatte den Krieg in der vergangenen Woche zwar offiziell für beendet erklärt. Eritrea lehnt eine Waffenruhe jedoch ab, bis der letzte Soldat des Kriegsgegners das Land verlassen hat.

Weitere Fluchtwelle

Die jüngsten Gefechte um den Zugang zum Roten Meer, den Äthiopien bei der Unabhängigkeit Erirtreas abtreten musste, lösten eine weitere Fluchtwelle aus.
Die UNO-Flüchtlingsorganisation (UNHCR) konnte die Zahl der Vertriebenen am Wochenende nicht beziffern. Seit vergangenem Monat sind nach eritreischen Angaben rund 550 000 Menschen auf der Flucht. Unter Vermittlung der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) finden zurzeit Friedensverhandlungen in Algier statt. Einem OAU-Entwurf für ein Abkommen zufolge sollen internationale Beobachter und Landvermesser in das Grenzgebiet entsandt werden. Ausserdem sollen Entschädigungszahlungen für die Verluste auf beiden Seiten festgelegt werden.

ernationale Truppe

Der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi sprach sich am Samstagabend im staatlichen Fernsehen dafür aus, dass an der Grenze zu Eritrea eine internationale Friedenstruppe stationiert wird. Dann ziehe sich seine Armee von den derzeit äthiopisch kontrollierten eritreischen Hochland-Gebieten zurück.
Seit dem 12. Mai hat Äthiopien in einer gross angelegten Luft- und Bodenoffensive weite Teile eritreischen Gebietes erobert. Der Krieg am Horn von Afrika schwelt seit zwei Jahren. Die beiden Staaten gehören zu den ärmsten der Welt und leiden unter einer Hungersnot.

n Zugang zum Meer

Eritrea, eine ehemalige äthiopische Provinz, erlangte 1993 die Unabhängigkeit. Beide Länder pflegten zunächst enge Beziehungen. Äthiopien hatte auch den Hafen von Assab für seinen Handel genutzt, da das Land seit der Abspaltung Eritreas über keinen eigenen Zugang zum Meer verfügt.
Später kam es jedoch zu Spannungen im Streit um Wirtschaftsfragen und Grenzverläufe. Eritrea wirft Äthiopien vor, den Krieg zu führen, um mit dem Hafen Assab wieder einen Zugang zum Meer zu gewinnen. Bei den schweren Kämpfe wurden Zehntausende von Soldaten getötet.

(ba/sda)

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