Verdächtige suspendiert
Ermittlungen gegen Uni-Mitarbeiter im Fall Mörgeli
publiziert: Montag, 19. Nov 2012 / 14:15 Uhr / aktualisiert: Montag, 19. Nov 2012 / 15:54 Uhr
Universität Zürich.
Universität Zürich.

Zürich - Im Zusammenhang mit der Affäre Mörgeli hat die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren eingeleitet. Ermittelt wird gegen zwei Mitarbeiter des Medizinhistorischen Institutes, an dem bis vor kurzem auch SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli arbeitete.

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Die beiden Institutsmitarbeiter stehen im Verdacht, dem «Tages-Anzeiger» brisante Dokumente zugespielt und so die Affäre Mörgeli ins Rollen gebracht zu haben.

Bei den Dokumenten handelt es sich um den Akademischen Bericht 2011 und um den Bericht einer internationalen Expertenkommission über das Medizinistorische Museum. Beide Berichte stellten Mörgeli ein schlechtes Arbeitszeugnis aus. Weil diese Dokumente geheim waren, erstattete die Uni Mitte September Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung.

Universität suspendiert beide Verdächtigen

Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, konnten die beiden mutmasslichen Schuldigen mittlerweile ermittelt werden. Um sie zu finden, hätten die Ermittler die Daten der Uni-Mitarbeiter überprüft, sagte der zuständige Staatsanwalt Andrej Gnehm. Bei diesen beiden seien dann deutliche Hinweise gefunden worden.

Bei anschliessenden Hausdurchsuchungen zuhause und an ihrem Arbeitsplatz wurden mehrere Datenbestände gesichert, die nun ausgewertet werden. Ob die beiden Verdächtigen geständig sind oder nicht, will Gnehm nicht bekannt geben.

Die Ermittlungen seien noch im Gang. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Personen an der Herausgabe der Daten beteiligt gewesen seien. Die beiden Verdächtigen mussten eine Nacht im Gefängnis verbringen, sind heute aber wieder auf freiem Fuss.

Condrau gibt Institutsleitung vorübergehend ab

An die Universität dürfen die beiden Verdächtigen vorläufig aber nicht zurück. Die Universität hat sie bis auf Weiteres suspendiert. In einer Mitteilung betont die Uni, dass Mörgelis ehemaliger Vorgesetzter, Flurin Condrau, nicht zu diesen Verdächtigen gehört.

Angesichts der derzeit schwierigen Lage habe Condrau aber darum ersucht, die Institutsleitung vorübergehend abzugeben zu dürfen. Er werde sich aber weiterhin um Forschung und Lehre kümmern. Bis zum Ende des Frühjahrssemesters 2013 wird Condrau von Professor Johann Steurer vertreten, dem Leiter des Horten-Zentrums für praxisorientierte Forschung und Wissenstransfer am Unispital.

(bert/sda)

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