Ermittlungen zu Fraumünster-Postraub gehen in eine weitere Runde
publiziert: Freitag, 9. Mai 2003 / 21:48 Uhr

Zürich - Fünfeinhalb Jahre nach dem Fraumünster-Postraub haben die Zürcher Behörden sieben Personen verhaftet. Sie stehen unter dem Verdacht, etwas über die nach wie vor fehlenden 27,5 Millionen Franken zu wissen.

Postamt Fraumünster in Zürich.
Postamt Fraumünster in Zürich.
Der stellvertretende Staatsanwalt Rolf Jäger, seinerzeit Chefermittler und Ankläger im Jahrhundert-Postraub, bestätigte einen Bericht des Blicks, wonach am 24. April sieben Personen verhaftet wurden.

Einer von ihnen, ein heute 44-jähriger Mann, war bereits im Zusammenhang mit dem Coup als Mittäter zu 3 3/4 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Die übrigen sechs Festgenommenen waren bisher im Zusammenhang mit dem Postraub nicht in Erscheinung getreten.

Jäger verfügt nach eigenen Angaben über Belastungshinweise gegen die Festgenommenen. Die entsprechenden Ermittlungen dauerten schon seit Dezember, sagte er. Dabei gehe es nicht um den ganzen noch fehlenden Beuteteil, aber doch um einen zweistelligen Millionenbetrag.

Zwar ist der Postraub von 1997 rechtskräftig geklärt. Im Zusammenhang mit der Beute aber sind neue Taten möglich, sagte Jäger: Solange es noch etwas davon gibt, macht sich jeder und jede, die wissentlich damit zu tun hat, strafbar.

Am 1. September 1997 hatten fünf bewaffnete Männer die Fraumünsterpost in der Zürcher Innenstadt überfallen und fünf zum Transport bereitstehende Geldkisten mit 53,1 Millionen Franken erbeutet. Dank der Mithilfe eines Postangestellten konnten sie die Sicherheitseinrichtungen aushebeln.

Sieben der acht Täter beziehungsweise Mittäter oder Gehilfen wurden innert anderthalb Monaten nach dem Coup in der Schweiz, in Italien, Spanien und Deutschland verhaftet. Den achten nahmen die Ermittler Ende Dezember 1998 in Miami/USA fest. Sie wurden in zweiter Instanz zu Strafen zwischen 2 1/4 und 6 1/2 Jahren verurteilt.

(bert/sda)

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