Putin sagt in Tschetschenien Gespräche über Sold zu
Erneut hochrangiger Beamter bei Anschlag in Tschetschenien getötet
publiziert: Samstag, 14. Apr 2001 / 23:02 Uhr

Moskau - Bei einem Anschlag in Tschetschenien ist am Samstag der stellvertretende Staatsanwalt von Grosny getötet worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax wurde der aus Russland stammende Wladimir Moros von tschetschenischen Rebellen erschossen, sein Mitarbeiter wurde schwer verletzt.

Die beiden Männer hatten den Angaben zufolge in einem Stadtteil der tschetschenischen Hauptstadt ermittelt, wo drei Frauen getötet worden waren. Es war das zweite Attentat auf einen hochrangigen Vertreter der Kaukasusrepublik innerhalb von drei Tagen.

Am Donnerstag war der von Moskau eingesetzte stellvertretende Verwaltungschef Adam Denijew durch einen Sprengsatz getötet worden, der bei einem Interview in einem Fernsehstudio detonierte.

Putin-Besuch

Der russische Präsident Wladimir Putin besuchte am Samstag Tschetschenien und sagte zu, über die ausstehenden Soldzahlungen an die dort eingesetzten russischen Soldaten zu beraten.

Putin, der aus der Nachbarrepublik Dagestan im Helikopter nach Tschetschenien flog, kehrte am Abend nach Moskau zurück. Nach russischen Angaben erörterte der Präsident mit Verwaltungsvertretern den Aufbau der zerstörten Region.

Zuvor hatte Putin in Argun einen Kranz zum Gedenken an 84 Fallschirmjäger niedergelegt, die dort im vergangenen Jahr von tschetschenischen Unabhängigkeitskämpfern getötet worden waren.

Der zweite Tschetschenien-Krieg gegen die Separatisten dauert mittlerweile schon anderthalb Jahre. Nach russischen Angaben hat die Armee den gesamten Norden der Kaukasus-Republik in der Hand, die sich für unabhängig erklärt hat. Dies wird von Moskau aber nicht anerkannt.

Tschetschenische Rebellen greifen immer wieder russische Soldaten aus dem Hinterhalt an. Sie führen aus den Bergen im Süden einen Partisanenkrieg.

(kil/sda)

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