Ernst Mühlemann unerwartet verstorben
publiziert: Sonntag, 13. Sep 2009 / 17:00 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Sep 2009 / 07:26 Uhr

Ermatingen TG - Der Thurgauer Ex-Nationalrat Ernst Mühlemann ist am Freitag in seinem Heim in Ermatingen TG verstorben. Der 79-jährige Doyen der FDP schlief am Nachmittag in seinem Büro im Sessel ein. Dies teilte seine Familie mit.

Heimlicher Aussenminister: Ernst Mühlemann.
Heimlicher Aussenminister: Ernst Mühlemann.
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Der unerwartete Tod habe ihn aus seinem bis zuletzt aktiven Alltag gerissen und seine Teilnahme am politischen Geschehen der Schweiz als Beobachter und Kommentator beendet, schreibt die Familie.

Ernst Mühlemann erlangte nationale Bekanntheit als Mitglied der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates und vor allem mit seinem Einsatz für die Aufnahme von Russland in den Europarat.

Bis zuletzt war der Thurgauer aktiv in seiner Vermittlertätigkeit zwischen Ost und West und im Einsatz für den grenzübergreifenden Bodenseeraum. Er hinterlässt eine Frau, drei Töchter und drei Enkeltöchter.

Bauernsohn und Bankdirektor

Geboren als Bauernsohn am 17. Juni 1930 in Wigoltingen, hatte Mühlemann in Zürich, Paris und Florenz studiert. Von 1956 bis 1960 war er Sekundarlehrer in Weinfelden, dann wechselte er als Lehrer, Internatsleiter und Verwalter ins Seminar Kreuzlingen.

Nachdem er im Februar 1972 den Absturz eines Militärhelikopters überlebte, nahm er für sein «zweites, geschenktes Leben», eine neue Herausforderung an. Er wurde Direktor der Schweizerischen Bankgesellschaft (heutige UBS), für die er das Ausbildungszentrum Wolfsberg in Ermatingen aufbaute und 20 Jahre führte.

Nach seiner Pensionierung bei der Bank im Jahr 1992 zog er mit seiner Frau zusammen nach Ermatingen und übernahm Beraterfunktionen im Unternehmerforum Lilienberg, die er bis zu seinem Tod ausübte. Letztes Jahr konnte er noch Michail Gorbatschow dorthin einladen.

Mitglied des Europarats

1983 wurde er für die FDP des Kantons Thurgau in den Nationalrat gewählt, wo er sich neben der Wirtschafts- und Aussenpolitik auch für Wissenschaft, Forschung, Bildung, Kultur und Medienfragen interessierte. Von 1992 bis 1999 war er Mitglied des Europarats.

Wegen seiner Reisen nach Russland, Tschetschenien, Estland und in den Nahen Osten erhielt Ernst Mühlemann den Spitznamen des «Schattenaussenministers».

Ernst Mühlemann sei «direkt, intelligent und sehr unterhaltsam» gewesen, sagte Franz Steinegger, ehemaliger FDP-Präsident und Nationalrat, in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens. «Es war immer sehr lustig, mit ihm zusammen zu sein.»

(ht/sda)

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