Eröffnung der kosovarischen Botschaft erst Ende Jahr
publiziert: Donnerstag, 28. Feb 2008 / 13:24 Uhr

Bern - Die offizielle kosovarische Flagge wird in Bern nicht vor Herbst über einem Botschaftsgebäude wehen. Bis spätestens Ende Jahr soll aber eine Botschaft des Kosovo in der Schweiz eröffnet werden, wie die Nachrichtenagentur SDA erfahren hat.

Bundespräsident Pascal Couchepin erläutert weiteres Vorgehen vor den Medien.
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Nachdem die Schweiz, wie rund 20 andere Staaten auch, das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt hat, müsse der junge Staat zunächst ein Aussenministerium gründen, wie aus dem Kabinett des kosovarischen Premiers Hashim Thaci verlautete.

Das Parlament müsse ausserdem noch verschiedene Gesetze zum diplomatischen Dienst im Ausland verabschieden. Ferner müssten Gebäude und Personal für die Vertretungen gefunden werden.

Bei der Eröffnung von Vertretungen im Ausland hätten jene Staaten Priorität, die für den Frieden und die Stabilität auf dem Balkan eine Rolle gespielt hätten, sagte der Regierungsvertreter weiter. Dazu gehörten die USA, die Staaten der EU sowie die Schweiz.

Die Regierung Serbiens hatte zuvor die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch die Schweiz als «Angriff auf seine Souveränität und Integrität des Landes» gewertet. Als erste Konsequenz rief sie den serbischen Botschafter in Bern nach Belgrad zurück.

Botschafter Dragan Marsicanin sei zu Konsultationen zurückgerufen worden, sagte ein Mitarbeiter der serbischen Botschaft in der Schweiz der SDA. Dies sei eine «erste Massnahme» der serbischen Regierung nach der Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch den Bundesrat.

Eine Anerkennung Kosovos widerspreche der Charta der Vereinten Nationen (UNO), der Resolution 1244 des Sicherheitsrates, der KSZE-Schlussakte von Helsinki und damit dem gesamten System des Völkerrechtes, das auf Stabilität und Frieden in der ganzen Welt ausgerichtet sei.

Die Folgen des Schrittes hätten damatische Folgen für die Region, Europa und der ganzen Welt, heisst es weiter. Leider habe die Schweiz mit der Anerkennung zu diesen Folgen beigetragen.

(li/sda)

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