Erst vier Sonden im äusseren Sonnensystem
publiziert: Donnerstag, 19. Jan 2006 / 09:18 Uhr

Washington/Hamburg - Vor der Pluto-Expedition «New Horizons» haben erst vier Raumsonden das äussere Sonnensystem jenseits des Saturns untersucht.

Auch die Sonde «New Horizons» trägt eine Botschaft des Menschen bei sich.
Auch die Sonde «New Horizons» trägt eine Botschaft des Menschen bei sich.
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Die Schwestersonden «Pioneer 10» und «Pioneer 11» waren die ersten Besucher bei den Riesenplaneten Jupiter und Saturn.

«Pioneer 10» brach am 2. März 1972 auf und flog im Dezember 1973 am Gasriesen Jupiter vorbei. Danach sendete die Sonde weiter Daten aus dem äusseren Sonnensystem.

Zu Sternbildern Stier und Adler

Am 23. Januar 2003 wurde das letzte Signal von «Pioneer 10» empfangen. Die Sonde hat die Grenze unseres Sonnensystems erreicht und gleitet in die Tiefen des Weltalls hinaus. Sie fliegt in Richtung des roten Riesensterns Aldebaran im Sternbild Stier, den sie in rund zwei Millionen Jahren passieren wird.

«Pioneer 11» folgte am 6. April 1973 und erreichte im September 1979 als erste Sonde den Ringplaneten Saturn. Das letzte Signal von «Pioneer 11» wurde am 30. September 1995 empfangen. Die Sonde steuert das Sternbild Adler an. In vier Millionen Jahren wird sie an einem der Sterne dieser Konstellation vorübergleiten.

Für den Fall, dass eine der «Pioneer»-Sonden von einer ausserirdischen Zivilisation aufgespürt werden sollte, tragen beide Schwestersonden eine goldene Plakette, die unter anderem Auskunft über Herkunft der Sonde sowie Grösse und Gestalt des Menschen gibt.

Zwillingssonden noch aktiv

Die «Voyager»-Zwillingssonden brachen am 20. August («Voyager 2») und 5. September («Voyager 1») zu einer spektakulären Tour durch das äussere Sonnensystem auf, in deren Verlauf sie mehr als 80 000 Bilder zur Erde funkten.

«Voyager 1» erkundete Jupiter und Saturn und verliess dann die Rotationsebene der Planeten, während «Voyager 2» zu Uranus und Neptun weiterflog. Die Sonden untersuchten insgesamt auch 56 Monde dieser vier Planeten, von denen sie 23 erst entdeckten.

Beide «Voyagers» haben noch regelmässigen Funkkontakt zur Erde. Ihre Batterien sollen noch bis etwa 2015 reichen. «Voyager 1» ist mit einer Distanz von mehr als 14 Milliarden Kilometern das am weitesten von der Erde entfernte künstliche Objekt.

Die Sonde lieferte Daten von der Grenzregion des Sonnensystems, wo der Einfluss der Sonne endet und der interstellare Raum beginnt. Auch die «Voyager»- Zwillinge tragen eine Botschaft an ausserirdische Zivilisationen: Je eine Kupferschallplatte mit dem Titel «Laute der Erde» sowie einen Plattenspieler samt Gebrauchsanleitung.

(fest/sda)

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