Erste Annäherung von Putin und Blair
publiziert: Dienstag, 29. Apr 2003 / 18:52 Uhr

Moskau - Das erste Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem britischen Premierminister Tony Blair seit Beginn des Irak-Krieges hat eine leichte Annäherung der Positionen gebracht.

Tony Blair und Wladimir Putin nähern sich wieder an.
Tony Blair und Wladimir Putin nähern sich wieder an.
Sowohl Putin als auch Blair sprachen sich für eine Beteiligung der UNO an den Ereignissen im Irak aus, wenn auch mit unterschiedlichen Vorstellungen. Putin bekräftigte die Forderung nach einer Führungsrolle der UNO bei der Nachkriegsordnung in Irak, während Blair von einer engen Zusammenarbeit der UNO und der Alliierten sprach.

Der von Blair vorgeschlagene Drei-Stufen-Plan sieht in der ersten Etappe den Wiederaufbau im Lande, die Stabilisierung der Lage und humanitäre Hilfe vor. Danach könne eine Interims-Regierung eingesetzt werden, ehe in der dritten Stufe eine neue Verfassung verabschiedet und eine neue Führung in Bagdad eingesetzt würde.

Putin wertete diesen Vorschlag als für Russland annehmbar. Er stelle eine gute Grundlage für eine Annäherung der Positionen dar. Er betonte, dass die UNO unbedingt an einer Friedenslösung im Irak beteiligt werden müsste.

Der russische Staatschef forderte eine schnelle Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren. Zugleich schlug er vor, die Arbeit der unabhängigen Inspektoren von UNO-Blauhelmen abzusichern.

Gesprächsbereitschaft deutete Putin bei einer Entschuldung des Iraks an, doch müsse diese Frage im Pariser Klub der staatlichen Gläubiger gelöst werden. Die gestürzte irakische Führung von Saddam Hussein schuldet Russland etwa acht Milliarden US-Dollar.

Blair bekräftigte, dass er wie geplant Ende Mai zu dem 300-jährigen Stadtjubiläum von St. Petersburg kommen werde. Dort werden die Befürworter des Irak-Krieges, Bush und Blair, genauso erwartet wie die Kriegsgegner mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem französischen Staatschef Jacques Chirac.

(fest/sda)

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