Wahlsieg für Tsai Ing-wen
Erste Frau an Taiwans Staatsspitze
publiziert: Samstag, 16. Jan 2016 / 11:40 Uhr / aktualisiert: Samstag, 16. Jan 2016 / 13:09 Uhr

Taipeh - Bei der Wahl in Taiwan drohte der china-freundlichen Regierungspartei der Kuomintang am Samstag eine klare Niederlage. In Umfragen führte die oppositionelle Präsidentschaftskandidatin Tsai Ing-wen von der Fortschrittspartei (DPP), die eher auf Distanz zu China geht.

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Den Herausforderern Eric Chu von der Kuomintang (KMT) und James Soong von der Volkspartei (PFP) wurden kaum Chancen eingeräumt. Nach acht Jahren der Annäherung an China erlebt die demokratische Inselrepublik damit einen Stimmungswechsel, der mögliche Spannungen mit der Führung in Peking erwarten lässt. Die Kommunisten betrachten die demokratische Inselrepublik nur als abtrünnige Provinz und drohen mit einer gewaltsamen Rückeroberung.

Während die Kuomintang am Ein-China-Grundsatz festhält, ist die Fortschrittspartei aus der Unabhängigkeitsbewegung entstanden. Die als moderat geltende Tsai Ing-wen versicherte den 23 Millionen Taiwanesen aber, am Status quo festhalten zu wollen.

Die mehr als 15'000 Wahllokale schliessen um 16.00 Uhr Ortszeit (09.00 Uhr MEZ). Mit ersten Ergebnissen wurde nach 20.00 Uhr (13.00 Uhr MEZ) gerechnet. Wahlberechtigt sind 18,7 Millionen Taiwanesen. Unter ihnen sind 1,29 Millionen zwischen 20 und 24 Jahren, die erstmals zur Abstimmung gehen dürfen und eine wichtige Rolle spielen.

Ob die Kuomintang auch erstmals im Parlament ihre Mehrheit verliert, schien noch offen. Mehrere kleine Parteien und unabhängige Kandidaten sind angetreten, die sowohl der Kuomintang als auch der Fortschrittspartei Stimmen wegnehmen könnten. 113 Abgeordnetensitze werden vergeben.

(bert/sda)

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