Erster Protonenstrahl am Mittwoch im LHC
publiziert: Sonntag, 7. Sep 2008 / 09:19 Uhr

Genf - Die Inbetriebnahme des Teilchenbeschleunigers LHC am Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik CERN erreicht am Mittwoch einen Meilenstein. Erstmals wird ein Protonenstrahl durch den LHC kreisen. Der Beginn der Experimente erfolgt einige Wochen später.

Der Schacht zum ATLAS-Detektor am CERN.
Der Schacht zum ATLAS-Detektor am CERN.
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Die Spannung unter den Erbauern und Betreibern des «Large Hadron Colliders» (LHC) ist gross: Nach zwölf Jahren Bauzeit lassen sie am Mittwoch erstmals einen Protonenstrahl durch den gesamten 26,7 Kilometer langen Ringtunnel des LHC kreisen.

Gross ist die Spannung auch unter den Medienschaffenden. Hunderte haben sich für den Mittwoch in Genf angemeldet. Und für viele fällt am Mittwoch der Startschuss für das grösste je von Menschen durchgeführte Experiment.

Vorsichtiges Rauffahren der Maschine

Soweit ist es noch nicht ganz, wie der Zürcher Physikprofessor Ulrich Straumann gegenüber der Nachrichtenagentur SDA erklärte. Zu den für die physikalischen Experimente nötigen Kollisionen der Protonenstrahlen komme es am Mittwoch noch nicht.

Das Einschiessen der Protonenpakete in die Vakuum-Röhre des LHC ist nämlich eine delikate Sache. Zuerst müssen die Forscher dafür sorgen, dass die riesigen Elektromagnete den ersten Strahl exakt und stabil auf ihrer Bahn halten. Danach kann der zweite Strahl eingeschossen werden.

Erst wenn die Stabilität der Protonenstrahlen gewährleistet ist, werden sie zur Kollision gebracht. Die Test-Strahlen werden dabei noch nicht mit voller Energie zirkulieren. Sie werden mit einer Einspeiseenergie von 0,45 TeV auf die Reise geschickt.

Da dieser Wert aber noch weit unter den Energien liegt, mit denen bestehende oder frühere Teilchenbeschleuniger arbeiteten, sind aus diesen Kollisionen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.

Lange Wartezeit für Resultate

Erst wenn die Energie schrittweise auf die angestrebten 7 TeV erhöht wird, kommt es zu den Teilchen-Kollisionen von denen sich die Physiker neue Einblicke in die Entstehung des Universums versprechen. Laut Straumann, der die Schweiz auch im CERN-Rat vertritt, ist das frühestens in ein paar Wochen der Fall.

Bis zum Vorliegen erster neuer Entdeckungen dürfte es gar rund zwei Jahre dauern. Bei den Kollisionen erheben die Forscher nämlich Unmengen von Daten, so dass die Auswertung viel Zeit in Anspruch nimmt. Die offizielle Einweihung des LHC in Anwesenheit von viel Prominenz erfolgt am 21. Oktober.

(tri/sda)

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