Erster Prozess zu Suva-Affäre
publiziert: Montag, 19. Nov 2007 / 07:51 Uhr

Bellinzona - Heute Montag beginnt in Bellinzona vor dem Bundesstrafgericht der erste Prozess in der Suva-Affäre. Hauptbeschuldigte unter den sechs Angeklagten sind der ehemalige Immobilienchef der Suva und ein Tessiner Immobilienmakler.

Der Prozess soll bis am Freitag dauern. (Bild: Bundesstrafgericht Bellinzona)
Der Prozess soll bis am Freitag dauern. (Bild: Bundesstrafgericht Bellinzona)
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Dem Ex-Leiter der Liegenschaftenabteilung der Suva wird vorgeworfen, vom Tessiner Makler rund eine Million Franken Bestechungsgeld entgegen genommen zu haben.

In Gegenzug habe der heute 44-Jährige Immobilien der Suva zu untersetzten Preisen an den Makler und später an gemeinsame Gesellschaften verkauft.

Um den Immobilien-Anlage-Ausschuss der Suva zu täuschen, seien Gutachten anderer Beteiligter vorgelegt worden, die für die fraglichen Liegenschaften Preise deutlich unter dem Marktwert ausgewiesen hätten.

Insgesamt seien so neun Liegenschaften in den Kantonen Tessin, Luzern und Bern verscherbelt worden.

Mehrere Anklagen

Den beiden Hauptbeschuldigten wirft die Bundesanwaltschaft in ihrer Anklageschrift Bestechung, Sich bestechen lassen, Betrug, Urkundenfälschung im Amt, ungetreue Amtsführung und Anstiftung dazu vor.

Drei weitere Angeklagte müssen sich dafür verantworten, an einzelnen Delikten als Gehilfen beteiligt gewesen zu sein.

Einem anderen früheren Suva-Kader lastet die BA ebenfalls Betrug, Sich bestechen lassen, ungetreue Amtsführung und Urkundenfälschung im Amt an. Er war bei der SUVA für zwei der verkauften Liegenschaften zuständig gewesen.

Der Prozess ist auf vier Tage angesetzt und soll am Freitag enden. Das Gericht verhandelt in Dreierbesetzung.

Kein direkter Schaden an der Suva

Die Affäre war im Herbst 2005 aufgeflogen und die Verkäufe wurden rückgängig gemacht. Die Gesamtverkaufssumme für die Liegenschaften hatte annähernd 50 Millionen Franken betragen.

Gemäss juristischen Experten soll der unrechtmässige Vorteil der Angeklagten zwischen 15 und 25 Millionen Franken betragen haben.

Wie Suva-Pressesprecher Erich Wiederkehr sagte, ist der Suva kein direkter Schaden aus den Immobilienverkäufen entstanden. Seine Arbeitgeberin wird dennoch als Zivilpartei am Prozess teilnehmen.

(rr/sda)

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