Erster Schweizer Podestplatz des Winters?
publiziert: Freitag, 17. Dez 2004 / 15:59 Uhr

Im Gegensatz zu den zwei letzten Jahren muss insbesondere Doppel-Olympiasieger Simon Ammann bei den zwei Weltcup-Springen in Engelberg nicht einen misslungen Saisonstart vergessen machen. Ein Schweizer Podestplatz scheint möglich.

Simon Ammann ist in Form.
Simon Ammann ist in Form.
Zwei Top-Ten-Plätze sowie 14 weitere Klassierungen in den Punkterängen weisen die Crew von Trainer Berni Schödler nach sechs Springen vor. Simon Ammann, Andreas Küttel und der Neo-Schweizer Michael Möllinger figurieren in den Top 20 des Weltcups und sorgten für einen stabilen Auftakt in den vorolympischen Winter. Jetzt fehlt bloss noch der Ausreisser nach oben.

Schweizer Podestplätze in den bislang 27 Weltcup-Veranstaltungen in der Innerschweiz gabs bislang erst vier zu beklatschen. Ammann deutete als Zweitklassierter im Olympia-Winter 2001/02 an, dass er in Salt Lake City für einen Exploit sorgen könnte. Hansjörg Summi wurde anlässlich der ersten Austragung 1980 Dritter, Stefan Zünd sowie Sylvain Freiholz sprangen 1992 und 1993 jeweils auf Rang zwei.

Ahonen ist das Mass aller Dinge

Das Schweizer Quartett -- Marco Steinauer stiess nach einem Trainingsabstecher in St. Moritz wieder zum Team -- traf erst am Donnerstagabend in Engelberg ein. Schödler setzte auch im Hinblick auf die Vierschanzentournee nochmals Akzente im Krafttraining. Trainingssprünge am Freitagmittag mit anschliessender Qualifikation (13.45 Uhr) müssen als Angewöhnung ausreichen. Ammann als 15. des Weltcup-Zwischenklassements hat den Startplatz für das erste Springen vom Samstag bereits auf sicher.

Aus internationaler Sicht ist das Augenmerk auf Saisondominator Janne Ahonen zu richten. Der Finne, der sich bereits 1993, 1999 und 2002 auf der Titlis-Schanze als Sieger feiern liess, gewann fünf der sechs Springen dieses Winters. Bloss Doppel-Weltmeister Adam Malysz (Pol) vermochte den Routinier einmal auf Rang 2 zu verweisen. Mit neuem Material und neuer Zuversicht kehrt der frühere Spitzenspringer Martin Schmitt (De) in den Weltcup zurück. Der vierfache Weltmeister erhielt nach einwöchigem Sondertraining vom deutschen Trainer Peter Rohwein grünes Licht.

Was macht das Wetter?

Nach zweiwöchiger stabiler Hochdrucklage vollzieht sich ausgerechnet am Wochenende der Wetterumsturz. Die Organisatoren fürchten nebst dem Wind insbesondere den Schneeregen. Dieser bleibt in der eisigen Anlaufspur im Gegensatz zu Wasser (fliesst ab) oder Schnee (lässt sich wegwischen) kleben und beeinträchtigt die Balance der Athleten.

Patrick Emmenegger, der von Walter Hurschler das Amt als Schanzenchef übernommen hat, wäre bei seiner Premiere ein reibungsloser Ablauf zu gönnen. Emmenegger und seine Crew haben in den letzten Wochen mit rund 5000 Kubikmeter maschinell erzeugtem Schnee die Schanze mit einem 30 Zentimeter dicken, weissen Teppich überzogen.

100-Jahr-Jubiläum

Im Rahmen des letztjährigen Weltcups wurden die Feierlichkeiten zur Gründung des Skiclubs Engelberg 1903 begangen. Diesmal steht erneut ein rundes Jubiläum an. 1904 gelangte in Engelberg das erste "Sprungrennen" zur Austragung. Leider hatte es der damalige Chronist verpasst, neben Rang und Namen der Teilnehmer auch die Weite ins Protokoll aufzunehmen.

Diese dürfte aus heutiger Sicht aber sehr bescheiden gewesen sein. Denn der erste Sprung über 100 m in der Schweiz gelang erst 67 Jahre später. Der Einsiedler Sepp Zehnder stand 1971 auf der neu erstellten Titlis-Schanze 102 m.

(rp/Si)

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Simon Ammann gehört nächste Saison als einziger Schweizer der Nationalmannschaft an.
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