Erstes Atomkraftwerk im Iran in Betrieb
publiziert: Samstag, 21. Aug 2010 / 09:01 Uhr / aktualisiert: Samstag, 21. Aug 2010 / 22:56 Uhr

Buschehr - Nach mehr als 30-jähriger Bauzeit hat der Iran mit russischer Hilfe sein erstes Atomkraftwerk in Betrieb genommen. Techniker aus beiden Staaten begannen der iranischen Atomenergiebehörde zufolge am Samstag, die Anlage in Buschehr mit Brennstäben zu bestücken.

Der Iran hat sein erstes Atomkraftwerk.
Der Iran hat sein erstes Atomkraftwerk.
8 Meldungen im Zusammenhang

 Russland hatte erreicht, dass das Atomkraftwerk ausgenommen ist von den Sanktionen, die der UNO-Sicherheitsrat wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms verhängt hat.

Die ersten Brennstäbe wurden den Angaben zufolge im Beisein des Chefs der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, und des Leiters der russischen Atombehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, in den Reaktor gebracht.

Die Arbeit unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) soll in etwa zwei Wochen abgeschlossen sein. Innerhalb von zwei Monaten soll der Reaktor dann 50 Prozent seiner Leistungskraft von 1000 Megawatt erreichen, Ende Oktober könnte das Kraftwerk an das Stromnetz angeschlossen werden.

Dank an Russland

Salehi sprach in Buschehr von einem «historischen Tag». Die Eröffnung des Atomkraftwerks symbolisiere die Entschlossenheit des Irans, sein «friedliches Atomprogramm» ungeachtet des Widerstands der westlichen Staaten fortzuführen. Jedoch wolle der Iran den Bau weiterer Atomanlagen «nicht überstürzen».

Der Chef der Atombehörde und iranische Vizepräsident dankte Russland für die Unterstützung bei der Fertigstellung des Atomkraftwerks, dessen Bau der deutsche Siemens-Konzern noch vor der Iranischen Revolution im Jahr 1979 begonnen hatte.

Nachdem die Arbeiten im Zuge des Iran-Irak-Krieges 1980 eingestellt worden waren, einigten sich Moskau und Teheran 1994 auf eine Wiederaufnahme des Projektes.

«Internationaler Charakter» der Anlage

Kirijenko betonte bei der offiziellen Eröffnung das iranische Recht auf eine friedliche Nutzung der Atomenergie. Ausserdem hob er den «internationalen Charakter» der Anlage hervor, die unter der Kontrolle der IAEA in Wien stehe und an der «mehr als zehn Länder» mitgewirkt hätten.

Nach Aussage von Diplomaten stellt der Reaktor kaum ein Risiko für die Weitergabe atomwaffenfähigen Materials dar. Es gebe auch keine Verbindung zum geheimen Anreicherungsprogramm, das in anderen Atomanlagen des Irans betrieben wird und als Bedrohung gilt.

Israel kritisierte die Inbetriebnahme des ersten iranischen Atomkraftwerks scharf. Es sei völlig inakzeptabel, dass ein Land, das so offenkundig internationale Vereinbarungen verletzte, in den Genuss der Atomenergie kommen solle, sagte ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums.

(fkl/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Teheran - Iran hat dem deutschen Technologiekonzern Siemens versuchte Sabotage seiner Atomanlagen ... mehr lesen 1
Siemens wies die Anschuldigungen zurück.
La Paz - Bolivien will mit Hilfe des Iran ein Atomkraftwerk bauen. Dies sei eines der Gebiete, auf denen beide Länder ... mehr lesen
Evo Morales ist ein enger politischer Verbündeter des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.
Das IAEA-Hauptquartier in Wien, Österreich.
Teheran/Wien - Teheran hat einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde ... mehr lesen
Teheran - Wegen der EU-Sanktionen im Atomstreit mit dem Iran hat Teheran nach eigenen Angaben sämtliche ... mehr lesen 3
Die iranische Führung drohte, Importe aus der EU einzustellen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Präsident Mahmud Ahmadinedschad stellt die Drohne im Fernsehen vor.
Teheran - Der Iran hat am Sonntag als Demonstration seiner militärischen ... mehr lesen 1
Teheran - Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, schliesst Gespräche mit den USA über das international ... mehr lesen
Ayatollah Ali Chamenei schliesst Gespräche mit den USA zum Atomprogramm aus.
Hillary Clinton hatte noch im Frühling gefordert, das Projekt in Buschehr solle nicht fortgesetzt werden.
Moskau - Das erste iranische Atomkraftwerk steht offenbar kurz vor der Inbetriebnahme. Russland werde am 21. August ... mehr lesen
Steinmeier berichtet von einigen Fortschritten und Rückschlägen.
Steinmeier berichtet von einigen Fortschritten und ...
Krise kann nicht ausgeschlossen werden  Lausanne - Kurz vor Ablauf der Frist in den Atomgesprächen mit dem Iran melden die Aussenminister der Sechser-Gruppe Fortschritte, aber auch Rückschläge. Der deutsche Aussenminister sagte am Montag in Lausanne, er könne eine neue Krise in den Verhandlungen nicht ausschliessen. 
Verhandlungen zu Atomabkommen  Bern - Der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif und US-Aussenminister John Kerry werden sich am Donnerstag wieder in ...  
Aussenminister John Kerry wird in Lausanne erwartet.
US-Aussenminister John Kerry trat Gerüchten entgegen, wonach es innerhalb der sogenannten 5+1-Gruppe Spannungen gebe.
Westen bleibt optimistisch für Atomdeal mit dem Iran Lausanne/London - Die Aussenminister Frankreichs, Deutschlands, Grossbritanniens und der USA wollen in der nächsten ...
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 5°C 6°C bedeckt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Basel 5°C 8°C bedeckt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
St.Gallen 8°C 8°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 8°C 10°C bedeckt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Luzern 8°C 11°C bedeckt, starker Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 8°C 11°C bedeckt, starker Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 9°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten