Bald wieder in freier Wildbahn?
Erstmals männliche Bartgeier in der Zentralschweiz ausgewildert
publiziert: Sonntag, 29. Mai 2016 / 19:18 Uhr
Die ausgesetzten Tiere werden rund um die Uhr von Biologen überwacht.
Die ausgesetzten Tiere werden rund um die Uhr von Biologen überwacht.

Melchsee-Frutt OW - In fünf bis sechs Jahren sollen in der Zentralschweiz Bartgeier wieder in freier Wildbahn brüten. Am Sonntag sind in Obwalden bei Melchsee-Frutt zwei männliche Jungtiere ausgewildert worden. Sie folgen auf drei Weibchen, die im letzten Jahr freigelassen worden waren.

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Die beiden drei Monate alten Jungvögel «Alois» und «Cierzo» wurden am Nachmittag in eine rund zwanzig Meter breite Nische unter einem Felsvorsprung gesetzt. Diese befindet sich auf rund 2000 Meter über Meer im eidgenössischen Wildtierschutzgebiet Huetstock im Melchtal.

Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier, sagte, die Auswilderung sei geglückt. Die Vögel hätten schon kurz danach begonnen, die Felsnische zu inspizieren. Rund 160 Schaulustige verfolgten die Aktion bei garstigem Wetter.

Biologen beobachten

Die ausgesetzten Tiere werden rund um die Uhr von Biologen überwacht, bis sie in drei bis vier Monaten selbsständig sind. Als Nahrung wird ihnen bis dahin Aas - vom Wildhüter gesammeltes Fallwild - hingeworfen.

Die Jungvögel sind praktisch ausgewachsen, können aber noch nicht fliegen, weil sich ihr Gefieder erst fertig entwickeln muss. In den nächsten Wochen sollen die beiden Junggeier erstmals zu kurzen Flügen ins Melchtal starten.

Die beiden Junggeier stammen aus dem andalusischen Zuchtzentrum Guadalentin. Ausgewählt worden waren sie nach genetischen Kriterien. Sie sollen frisches Blut in die kleine Bartgeierpopulation der Alpen bringen. Von der Anreise aus Spanien erholten sie sich die Junggeier vorübergehend im Natur- und Tierpark Goldau.

Weibchen erfolgreich ausgewildert

An derselben Stelle in Obwalden waren im vergangenen Frühjahr drei weibliche Bartgeier erfolgreich ausgewildert worden. «Ewolina», «Trudi» und «Sempach II» befinden sich derzeit auf Wanderjahren durch die schweizerischen, französischen und italienischen Alpen. Es wird erwartet, dass sie danach in ihre Auswilderungsregion zurückkehren. Bevor Bartgeier ein Territorium besetzen und sich fortpflanzen, unternehmen sie weite Streifzüge.

In fünf bis sechs Jahren sind die ausgewilderten Bartgeier geschlechtsreif. Dann sollen sie sich in der Zentralschweiz niederlassen und zu brüten beginnen. Die Vögel sollen dazu beitragen, dass sich in den Zentralschweizer Alpen wieder eine feste Bartgeierpopulation bilden kann.

Die Chance, dass die Jungvögel die Geschlechtsreife erreichen werden, ist für Wildtiere gross. Die Überlebenschance liegt im ersten Jahr bei 85 Prozent und in den späteren Jahren bei 95 Prozent.

Kein Lämmerdieb

Der Bartgeier war vor über hundert Jahren aus den Alpen verschwunden, weil er als vermeintlich unersättlicher Lämmerdieb verfolgt wurde. Er verwerte aber vor allem Knochen von verendeten Tieren und schlage keine Beute, schreibt die Stiftung Pro Bartgeier.

Langsam kehrt der Bartgeier nun aber wieder in den Alpenraum zurück. Die Stiftung Pro Bartgeier wilderte seit 1991 in der Schweiz 41 Vögel aus. Seit 2007 brüten wieder Bartgeierpaare in der Schweiz. Seitdem wurden 37 Jungtiere im Freiland geboren, und zwar an zehn Standorten im Engadin und im Wallis.

Der Bartgeier sieht nicht wie ein typischer Geier aus. Er wird oft mit dem Steinadler verwechselt. Der Bartgeier wird bis zu sieben Kilogramm schwer und bringt es auf eine Flügelspannweite von bis 2,9 Meter.

(cam/sda)

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