Erstmals pro-syrischer Politiker bei Anschlag getötet
publiziert: Donnerstag, 11. Sep 2008 / 16:50 Uhr

Beirut - Die Bemühungen um einen politischen Dialog in Libanon sind erneut durch eine politische Gewalttat in Frage gestellt worden. Erstmals kam bei einem Anschlag ein pro-syrischer Politiker ums Leben.

Präsident Suleiman hatte die führenden Politiker des Landes zu dem «nationalen Dialog» aufgefordert.
Präsident Suleiman hatte die führenden Politiker des Landes zu dem «nationalen Dialog» aufgefordert.
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Scheich Salah al-Aridi wurde am Mittwochabend in Bajsur, rund 40 Kilometer südlich von Beirut, durch eine Autobombe getötet. Ersten Ermittlungen zufolge war der Sprengsatz im Innern des Wagens deponiert worden. Durch die Wucht der Explosion wurden sechs weitere Menschen verletzt.

Der 55-jährige Aridi galt als rechte Hand des pro-syrischen Drusenführers Talal Arslan. Nach Angaben von dessen Konkurrenten, dem anti-syrischen Drusenführer Walid Dschumblatt, brachte Aridi nach den schweren Zusammenstössen im Mai die Aussöhnung zwischen den beiden führenden Drusenvertretern in Gang.

Die Drusen sind in Libanon eine religiöse Minderheit. Ebenso wie die Christen stehen sie derzeit auf beiden Seiten des politischen Grabens.

Geplante Gespräche

Der Mord überschattet die für Dienstag geplanten Gespräche der Allparteien-Regierung. Präsident Michel Suleiman hatte die führenden Politiker des Landes zu dem «nationalen Dialog» aufgefordert.

Dabei sollten Unstimmigkeiten in der Regierung ausgeräumt werden, die Anfang Juli nach zähen Verhandlungen aus der pro-westlichen Parlamentsmehrheit und der syrien-nahen Minderheit gebildet wurde.

Die anti-syrische Mehrheit wirft Syrien vor, den Libanon schwächen zu wollen, und macht das Land für zahlreiche Anschläge auf anti-syrische Politiker seit 2004 verantwortlich. Das pro-syrische Lager hingegen wirft Israel vor, hinter diesen Attentaten zu stecken.

(smw/sda)

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