Erziehungsdirektoren fordern klare Prioritäten für Bildung
publiziert: Montag, 11. Nov 2002 / 18:16 Uhr

Bern - Bund und Kantone sollen in ihrer Bildungspolitik klare Prioritäten und deren Finanzierung festlegen. Diese Forderung stellt die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).
Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).
Zu diesem Zweck soll ein Masterplan für die Periode 2004 bis 2008 erarbeitet werden, wie das Präsidium der EDK in Bern vor den Medien mitteilte. Dieser soll die Strategie im postobligatorischen Bildungsbereich festlegen, für den Bund und Kantone gemeinsam verantwortlich sind.

Die EDK bekräftigte, die Kantone seien willens, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Dabei seien sie aber darauf angewiesen, dass der Bund sich finanziell angemessen beteilige. In den vergangenen Jahren habe indes eine Kostenverschiebung zulasten der Kantone stattgefunden.

Die geplante Erhöhung der Kredite für die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie (BFT) um 6 Prozent erscheint der EDK deshalb als ungenügend. Die in der BFT-Botschaft postulierten Ziele können ihrer Ansicht nach mit diesen Mehraufwendungen nicht realisiert werden.

Hans Ulrich Stöckling, Präsident der EDK und Erziehungsdirektor des Kantons St. Gallen, kritisierte die Eidg. Räte. Diese hätten die Tendenz, die BFT-Kredite auf immer mehr zusätzliche Aufgaben aufzuteilen. Die EDK fordert deshalb, diese Gelder für die Grundaufgaben einzusetzen.

Bund und Kantone seien sich darin einig, dass die postobligatorische Bildung gefördert werden müsse, sagte Martine Brunschwig Graf, Vizepräsidentin der EDK und Genfer Staatsrätin.

Für den Universitätsbereich fordert die EDK ein neues Hochschulförderungsgesetz auf Bundesebene. Dieses soll die Universitäten, die ETH, sämtliche Fachhochschulen und die Pädagogischen Hochschulen umfassen.

Parallel dazu sollen geplante Vorhaben wie etwa die Bologna-Studienreform fortgeführt werden. Bundesmittel für Hochschulen sollen als Grund- und nicht als zweckgebundene Beiträge ausgerichtet werden, wie die EDK weiter fordert.

Im Bereich der Forschung soll nach Ansicht der EDK die Voraussetzungen geschaffen werden, um mehr Forschung betreiben zu können. Die Umsetzung des neuen Berufsbildungsgesetzes macht die EDK von einer angemessenen Beteiligung des Bundes abhängig.

(bert/sda)

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