Etter zu 11 Jahren Zuchthaus verurteilt
publiziert: Montag, 6. Sep 2004 / 22:08 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Sep 2004 / 22:28 Uhr

Lugano - Das Geschworenengericht Lugano hat den ehemaligen Tessiner SVP-Grossrat Roger Etter zu 11 Jahren Zuchthaus verurteilt. Etter wurde des vollendeten Mordversuches und der Veruntreuung von 3,2 Mio. Franken für schuldig befunden.

Roger Etter dürfte das Lachen vergangen sein.
Roger Etter dürfte das Lachen vergangen sein.
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Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der SVP-Politiker den Bauunternehmer Ernesto Zanini töten wollte, um die Veruntreuung zu vertuschen. Etter hatte während zehn Jahren insgesamt 126 Mal Geld vom Geheimkonto seines Freundes abgehoben und sich so seinen aufwendigen Lebensstil finanziert.

Unfall vorgetäuscht

Die Veruntreuung hatte der 44-Jährige während des zweiwöchigen Prozesses gestanden. Den Vorwurf des Mordversuches wies Etter hingegen von sich; er sprach stattdessen von einem Schiessunfall.

Es ist unmöglich und gegen jede Logik, dass der Schuss von alleine losging, sagte Richterin Agnese Balestra-Bianchi. Etter habe auf den Abzug der Pistole gedrückt, weil er Zanini töten wollte.

Anschliessend habe er einen Unfall simuliert. Strafmildernd ausgewirkt hat sich für Etter eine leicht verminderte Zurechnungsfähigkeit.

Etters Verteidigung hatte eine Strafe von höchstens vier Jahren und drei Monaten gefordert, da es keinen Zusammenhang zwischen der Veruntreuung und dem Schuss gebe.

Sie liess nur den Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung gelten. Die Staatsanwältin hatte wegen vollendeten Mordversuchs 15 Jahre Zuchthaus gefordert.

Die Villa in Rovio sowie zwei Wohnungen, die Etter mit dem unterschlagenen Geld gekauft hat, gehen nun in den Besitz Zaninis über. Dieser wird versuchen, die Objekte zu veräussern, wie sein Anwalt auf Anfrage sagte.

(sl/sda)

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