Rechtsextreme im St. Galler Oberland
«Europa-Fest» der Rechtsextremen
publiziert: Dienstag, 6. Sep 2011 / 10:46 Uhr
Die Flagge der «Europäischen Aktion».
Die Flagge der «Europäischen Aktion».

Am Samstag sollen sich im St. Galler Oberland Anhänger der «Europäischen Aktion» (EA) zu einem ersten grossen Treffen zusammenfinden. Die rechtsextremen Ziele der Gruppe stehen unter der Flagge der Schaffung einer «europäischen Eidgenossenschaft» und dem Abschaffen von «Maulkorbgesetzen» (Antirassismusgesetze). Einer der führenden Aktivisten ist der bekannte Holocaustleugner Bernhard Schaub.

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«Die stolze europäische Kultur ging schrittweise zu Grunde. Der Anteil der weissen Weltbevölkerung sank von 30% gegen 10%. (...) Ein Vorbild ist die Befreiung Spaniens von der maurischen Fremdherrschaft vor tausend Jahren. Die Idee von damals gilt heute für ganz Europa: Reconquista - Rückeroberung!»

In einem 60-seitigen Pamphlet mit dem Untertitel «Eine europäische Freiheitsbewegung» begründet der Schweizer Holocaustleugner und Rechtsextreme Bernhard Schaub die Notwendigkeit einer neuen europäischen Bewegung. Europa habe zwischen dem «von Israel kontrollierten» Amerika und dem ehemaligen Sowjetreich jegliche Macht verloren. Aus Angst vor einer neuen Weltordnung, der unter anderem auch die Rassismusgesetze und die damit verbundenen «Redeverbote» entspringen, soll eine europäische Freiheitsbewegung Abhilfe schaffen. Kurz gefasst: Das Ziel ist ein abgeschottetes, «weisses», «traditionelles» Europa.

Ähnliche Gedanken wollte auch Anders Behring Breivik, der Attentäter von Oslo, unter dem westlichen Volk verbreiten. Die von ihm verübten Anschläge sieht die EA allerdings als sogenannte «False-Flag-Operation». Wäre Breivik «wirklich» ein Rechtsextremer gewesen, so hätte er doch direkt auf Nicht-Europäer geschossen, begründet die EA ihre Verschwörungstheorie. Der Anschlag hätte also nur dem Ziel gedient, die Rechtsextremen in ein schlechtes Licht zu rücken.

Rechtsextremer Besuch

Um ihr Ideengut weiter zu verbreiten, hat die EA nun ein Treffen im St. Galler Oberland einberufen. Wie das «Liechtensteiner Vaterland» berichtet, hat die rechtsextreme Gruppierung hierfür unter dem Decknamen «Kulturkreis Europa» diverse Räumlichkeiten zu mieten versucht. Wie die EA nun auf ihrer Internetseite meldet, scheint sich etwas gefunden zu haben. Sie ruft für den 10. September auf einem Parkplatz in Diepoldsau zum Treffen auf. Zu den Rednern gehören NPD-Funktionär Rigolf Hennig, der Berner Rechtsextreme Bernhard Schaub (der Gründer des mittlerweile verbotenen «Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten») sowie weitere Anhänger der rechtsextremen Ideologie aus ganz Europa.

Da die EA mit Widerstand rechnet, bleibt der genaue Veranstaltungsort noch unbekannt. Auf der Internetseite wird auf eine Mobiltelefonnummer verwiesen, die am Veranstaltungstag weitere Infos liefern soll. Auch der Veranstaltungsort soll nur kurz vor dem vereinbarten Termin auf der Internetseite genannt werden.

Aller Geheimhaltung zum Trotz, hat sich die Gegenbewegung bereits formiert. Auf indymedia.org, sowie via Facebook und Flyern mobilisieren Gegner des Rechtsextremismus zu einer Verhinderung des geplanten Treffens. «Ein friedliches Fest für Rassisten, Faschisten, Antisemiten und Holocaustleugner? Nicht mit uns! Nicht in St. Gallen und auch sonst nirgendwo!», heisst es in einem der Flyer. Mit einem Aufeinandertreffen der beiden Gruppen ist also zu rechnen - die Polizei wird vor Ort sein, um gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern.

(dyn/news.ch)

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