Europäer bevorzugen Liebeserklärung im Internet
publiziert: Donnerstag, 14. Feb 2008 / 07:04 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Feb 2008 / 07:55 Uhr

Zürich - Immer mehr Menschen verlagern ihre Liebesschwüre ins Internet. Laut einer aktuellen europaweiten Umfrage von Microsoft anlässlich des Valentinstags tippen immer mehr Internetnutzer beim Flirten lieber als zu sprechen.

In allen Ländern wird «mit den Fingern flirten» bevorzugt, weil es vor Sprachlosigkeit und Erröten schützt.
In allen Ländern wird «mit den Fingern flirten» bevorzugt, weil es vor Sprachlosigkeit und Erröten schützt.
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Für Schweizer ist das Internet beispielsweise bereits die zweitwichtigste Form, um Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen. «Nur für Österreicher und Ungarn ist im internationalen Vergleich das Internet noch wichtiger, um neue Leute kennenzulernen», sagt Arend Hendriks, Regional Manager Central & Eastern Europe bei Microsoft Online Services. Chats wie über den Windows Live Messenger, Skype oder ICQ sind für das Kontaktherstellen inzwischen zu einem besonders beliebten Instrument geworden. Mit dem Andauern einer Beziehung reduziert sich die Online-Kommunikation allerdings häufig wieder.

Besonders beliebt ist die Nutzung von Messagingdiensten auch in Polen. 85 Prozent der dort Befragten gaben an, einen solchen Internetservice zu verwenden, um mit anderen Kontakt aufzunehmen. Führend sind die Polen auch beim Flirten mit Fremden: 78 Prozent chatten mit Personen, die sie noch nie zuvor real getroffen haben. Einen zurückhaltenden Spitzenwert liefern hingegen die Finnen. 80 Prozent lehnen das Nachrichten schreiben an Arbeitskollegen während der Arbeitszeit ab.

Mehr Zeit zum Nachdenken

Österreicher finden die Nutzung von Live-Chats besonders angenehm und mitunter besser als persönliche Gespräche. «Flirten über Messagingdienste finden vor allem die Österreicher einfacher als den direkten persönlichen Kontakt - 70 Prozent haben dies angegeben», so Hendriks. Der Hauptgrund dafür sei, dass sie so mehr Zeit zum Nachdenken hätten.

Einig sind sich die flirtenden Europäer, wenn es um die Wahl zwischen getipptem oder gesprochenem Wort geht. In allen Ländern wird «mit den Fingern flirten» bevorzugt, weil es vor Sprachlosigkeit und Erröten schützt. Zwei Drittel gaben an, regelmässig einen Messagingdienst zu nutzen, um mit dem Partner zu plaudern und dadurch die Romantik am Leben zu erhalten. Knapp die Hälfte der Europäer verriet, auch heimlich mit Arbeitskollegen online zu flirten. Für ein Drittel der Befragten, sind Live-Chats sogar eine Möglichkeit, um heimliche Beziehungen zu führen.

IM persönlicher als E-Mail

Das Wort Liebe lässt sich der Studie zufolge leichter aussprechen, wenn es eben nicht gesagt werden muss. Die Hälfte der Interviewten gab an, schon einmal über einen Messenger ein Liebesgeständnis gemacht zu haben. Laut Hendriks ist Instant Messaging persönlicher als E-Mailverkehr, weil ein direktes Gespräch ermöglicht wird.

Gleichzeitig helfen solche Onlinedienste die eigene Schüchternheit zu überwinden. Vor allem den Schweizern macht die eigene Unsicherheit offenbar zu schaffen. Sie nutzen Online-Flirts deshalb so gerne, weil der Kontakt über Messagingdienste schlichtweg weniger einschüchternd erscheint.

(fest/pte)

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