Golf
Europäer gegen überspielte US-Golfer favorisiert
publiziert: Mittwoch, 24. Sep 2014 / 16:02 Uhr
Rory McIlroy ist das Aushängeschild des europäischen Teams.
Rory McIlroy ist das Aushängeschild des europäischen Teams.

Der renommierte Teamcaptain Tom Watson will die amerikanischen Golfprofis im Ryder-Cup-Match gegen die Europäer auf die Siegesstrasse zurückführen. Trotz ihrer klangvollen Namen sind die US-Golf am Freitag beginnenden Teamwettkampf nur die Aussenseiter.

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Der Kontinentalwettkampf um den Ryder Cup, die vom englischen Samenhändler Samuel Ryder gestiftete Trophäe, hat eine zweigeteilte Geschichte hinter sich. Von 1927 bis 1977 war «Europa» an diesem prestigeträchtigen, alle zwei Jahre stattfindenden Wettkampf jeweils nur durch eine Mannschaft aus Grossbritannien und Irland vertreten. In jener Zeit entschieden die Amerikaner 19 von 22 Duellen für sich. Ab 1979 trat jeweils eine gesamteuropäische Mannschaft an. Seither siegten die Europäer 10 von 17 Mal - und sogar 7 Mal in den letzten 9 Austragungen.

Im 12-Mann-Team der Amerikaner fehlt der verletzte und rekonvaleszente Tiger Woods. Ob die Absenz des Superstars wirklich eine Schwächung ist, darf indessen bezweifelt werden. Woods' persönliche Ryder-Cup-Bilanz ist negativ (13 Siege, 17 Niederlagen). Auch sein amerikanischer Rivale Phil Mickelson, der in diesem Jahr wieder eine Säule im US-Team sein soll, hat bislang im Ryder Cup vergleichsweise viel schlechter abgeschnitten als an den Einzelturnieren. Seine Bilanz steht bei 14 Siegen und 18 Niederlagen.

«Das ist viel zu viel»

Der amerikanische Teamcaptain Tom Watson hat eine Erklärung dafür parat, wieso die US-Golfer den Europäern in jüngster Zeit meist unterlegen waren. Ab Juli spielen seine Leute praktisch Woche für Woche. Nach dem British Open im Juli und der US PGA Championship im August sowie Turnieren der World-Golf-Championship-Serie bestreiten sie auch die vier Turniere umfassende Finalserie des FedEx Cup. Mithin stehen sie an sieben von acht oder sogar acht von neun Wochenenden im Einsatz. «Das ist viel zu viel», sagt Tom Watson. «Wenn es in den Ryder Cup geht, sind die Spieler müde. Das ist einfach zu viel Golf.»

Watson will es dennoch besser machen als seine Vorgänger Corey Pavin (2010) und Davis Love (2012), die je eine knappe Niederlage von 13,5:14,5 Punkten haben hinnehmen müssen. In Woods' Abwesenheit ist der mittlerweile 65-jährige Watson mit seinen acht Major-Turnier-Siegen die grösste Figur am diesjährigen Ryder Cup.

Tom Watson müsste allerdings anmerken, dass die besten Europäer wie Rory McIlroy, Martin Kaymer, Sergio Garcia und Graeme McDowell praktisch das gleiche Programm absolvieren wie die Amerikaner.

Gut durchmischtes Team

Im gut durchmischten US-Team stehen neben Routiniers wie Mickelson und Jim Furyk die drei schlagkräftigen Neulinge Patrick Reed, Jordan Spieth und Jimmy Walker. Auf europäischer Seite sind der Waliser Jamie Donaldson, der Franzose Victor Dubuisson und der von Teamcaptain Paul McGinley aus Irland mit einer Wildcard berücksichtigte Schotte Stephen Gallacher erstmals dabei.

Der erfahrene Engländer Lee Westwood (41) spielt den 9. Ryder Cup seiner Karriere. Der Sieger des Omega European Masters 1999, dem nur noch der Titel an einem Major-Turnier fehlt, ist nach dem Trainings-Zusammenzug voll des Lobes über seine Mitspieler. «Ich habe schon in einigen sehr starken Teams mitgespielt, aber dieses Team hier ist in meiner Beurteilung ganz oben.» Westwood weist darauf hin, dass die Europäer in diesem Jahr drei der vier Major-Turniere - zwei durch Rory McIlroy, eines durch Martin Kaymer - sowie ebenfalls die Mehrzahl der Turniere der zweithöchsten Serie (World Golf Championship) gewannen. «Das zeigt, dass wir viele sehr gute Weltklassespieler haben.»

Rory Mcllroy ist Aushängeschild

Der Weltstar Rory McIlroy, mittlerweile vierfacher Sieger von Turnieren auf Grand-Slam-Stufe, ist das Aushängeschild im europäischen Team. Den besten Leistungsausweis bringt jedoch ein etwas weniger bekannter Spieler mit: Ian Poulter. In bislang vier Ryder-Cup-Teilnahmen brachte es der 38-jährige Engländer auf eine geradezu sensationell gute Bilanz. Er holte aus 15 Partien (Doppel und Einzel) 12 Siege heraus und stellte damit auch alle anwesenden Amerikaner deutlich in den Schatten.

Besonders beeindruckend waren Poulters Auftritte vor zwei Jahren in Medinah bei Chicago. Poulter allein hielt die Europäer in den mehrheitlich missratenen Doppel-Duellen vom Freitag und Samstag überhaupt noch im Rennen. Die Europäer lagen einzig dank Poulters Efforts vor den Einzeln vom Sonntag «nur» 6:10 in Rückstand und hatten ebenfalls einzig dank Poulter noch die kleine Chance aufzuholen. Am Sonntag waren die Europäer entfesselt und drehten die Partie in ein 14,5:13,5. Fast wie selbstverständlich gewann Poulter auch sein Einzel gegen Webb Simpson.

Alex Ferguson als Supporter

Die Europäer können heuer auf einen äusserst prominenten Fan und Supporter zählen. Manchester Uniteds Ex-Coach Sir Alex Ferguson, als Schotte dem Golf sehr verbunden, soll ihnen eine zusätzliche Portion Motivation vermitteln. «Es geht nicht darum, dass er als Oberlehrer kommt und predigen wird. Es soll Spass bringen», sagte Europas Captain McGinley.

Der Schotte Ferguson, 26 Jahre lang Coach des englischen Fussball-Rekordmeisters, sollte am Abend in der Teambesprechung dabei sein. Die europäische und die amerikanische Mannschaft gingen am Dienstag erstmals auf den Kurs. «Wir machen uns keine Illusionen, die Amerikaner haben ein starkes Team», sagte McGinley. Trotzdem sei er überzeugt, den Titel erfolgreich zu verteidigen.

Erstmals in Gleneagles

Auf dem im Süden Schottlands gelegenen Binnenkurs Gleneagles findet alljährlich im Juli - unmittelbar vor dem British Open - das Scottish Open statt. Der Ryder Cup gastiert in dieser Woche erstmals in Gleneagles. In dem beim Städtchen Auchterarder gelegenen Gleneagles-Hotel wurde 2005 der G8-Gipfel abgehalten.

(flok/sda)

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