UNO-Vollversammlung
Europäische Union stellt sich vor der UNO an die Seite der USA
publiziert: Dienstag, 29. Sep 2015 / 23:18 Uhr
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon trifft Donald Tusk, EU-Ratspräsident.
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon trifft Donald Tusk, EU-Ratspräsident.

New York - Im Streit zwischen den USA und Russland um die Einbindung von Präsident Baschar al-Assad in eine Friedenslösung für Syrien hat sich die Europäische Union an die Seite der Amerikaner gestellt. Dies machte EU-Ratspräsident Donald Tusk vor der UNO-Vollversammlung klar.

4 Meldungen im Zusammenhang
«Wir können nicht vergessen, dass Millionen Menschen wegen seiner furchtbaren Methoden, die Stabilität Syriens zu sichern, geflohen sind», sagte Tusk am Dienstag am UNO-Hauptsitz in New York.

«Bei meinen Reisen in die Region hat man mir gesagt, dass ein Sieg Assads nur zu einem neuen Exodus führen würde», sagte der Pole. «Das alleinige Ziel eines Friedensplanes muss aber sein, dass sie wieder ein normales Leben in der Region führen können.»

Zuvor hatten die Präsidenten der USA und Russlands, Barack Obama und Wladimir Putin, sich über genau diese Frage gestritten. «Wir sind bereit, mit jedem zu reden, auch mit Russland und dem Iran», sagte Obama.

«Aber nach so viel Blutvergiessen und Gemetzel können wir nicht einfach zum Status quo zurückkehren.» Wenn ein Diktator Zehntausende seines eigenen Volkes ermorde, sei das keine innere Angelegenheit mehr.

Putin hatte hingegen gesagt: «Es ist ein grosser Fehler, die syrische Regierung und ihre Armee infrage zu stellen. Sie kämpfen wahrhaft gegen die Bedrohung durch islamistische Terroristen.»

Tusk fordert weltweite Hilfe bei Flüchtlingen

In der Flüchtlingskrise forderte Tusk vor der Vollversammlung der 193 UNO-Staaten weltweite Hilfe. «Diese Krise hat eine globale Dimension. Und deshalb braucht sie auch eine globale Lösung. Jede Hilfe ist willkommen.» Die Welt könne auf Europa zählen, sagte er.

«So schwierig die Situation ist; wir werden diese Krise lösen, und die Welt wird danach ein besserer Platz sein.» Isolierung sei nie und werde nie eine Option für Europa sein.

Zugleich sagte er, die Flüchtlinge kämen nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen - dann gäbe es nähere Plätze mit vergleichbarem Reichtum. «Es geht ihnen auch um Toleranz, Freiheit, Menschenrechte und Respekt und die Gewissheit, dass ihre Kinder in solch einem Umfeld aufwachsen.»

Obama: IS-Terrormiliz wird verlieren

Obama zeigte sich zuvor an einem Treffen am Rande der UNO-Vollversammlung sicher, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zwangsläufig unterliegen werde. «Der IS wird verlieren, weil er nichts zu bieten hat ausser Leid und Tod», sagte er.

Gleichwohl gebe es keine militärische Lösung. «Der Islamische Staat kann nicht auf dem Schlachtfeld besiegt werden. Selbst wenn wir die ganze Führungsriege des IS ausradieren, würden immer noch einige weitermachen.» Stattdessen müssten die Köpfe und Herzen der Verführten gewonnen werden. Die sunnitischen Fanatiker haben weite Teile Syriens und des Iraks erobert.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte den IS «eine Bedrohung des internationalen Friedens». Die Gruppe «höhlt die universellen Werte von Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und menschlicher Würde aus». Menschenrechte seien aber nicht verhandelbar. «Wenn wir damit anfangen, haben wir schon verloren.»

Poroschenko stellt Russland an den Pranger

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko für einen Eklat gesorgt. Er warf Russland vor, «mit dem Angriff auf mein Land aggressiv internationales Recht verletzt und die Welt schockiert» zu haben. «Obwohl diese UNO-Vollversammlung die Aggression verurteilt hat, hat Russland die Angriffe sogar noch verstärkt», sagte er.

8000 Ukrainer, 6000 von ihnen Zivilisten, seien getötet worden. «Lassen Sie mich klarmachen: Das ist kein Bürgerkrieg und kein interner Konflikt. Das ist eine Aggression», sagte Poroschenko. Die russische Delegation hatte schon zu Beginn der Rede den Saal verlassen und nur einen nachrangigen Diplomaten zurückgelassen.

«An unserer Grenze stehen so viele russische Soldaten, dass sie die Armeen der meisten UNO-Staaten in den Schatten stellen würden. Und der Grund ist die Gier Moskaus, zu imperialen Zeiten zurückzukehren», sagte Poroschenko.

Russland wird von der Ukraine als Aggressor im Konflikt in der Ostukraine gesehen. Moskau hatte allerdings stets Vorwürfe bestritten, die Separatisten mit Waffen und Personal zu unterstützen.

 

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Damaskus/Moskau - Russland hat ... mehr lesen 2
Die Bewilligung dazu hatte der russische Föderationsrat kurz zuvor erteilt.
In ihrer Rede vor der UNO-Vollversammlung hatte Sommaruga betont, dass man die grossen Herausforderungen nur gemeinsam meistern könne.
Bern - Mit der Verabschiedung der Nachhaltigkeitsziele ist die UNO nach Ansicht von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga in der modernen Zeit angekommen. Die anspruchsvolle Agenda ... mehr lesen
Wladimir Putin heute vor der UNO-Generalversammlung.
New York - Eine Lösung der Syrien- und Flüchtlingskrise droht weiter am Streit zwischen den USA und Russland zu scheitern. An der UNO-Vollversammlung hat sich gezeigt: Dabei geht es vor ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in ...
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten Erhebung für den «Daily Telegraph» behaupten die Befürworter eines Verbleibs in der EU mit 51 gegen 46 Prozent zwar eine Mehrheit. mehr lesen 
Deutschland - Die Linke  Magdeburg - Ein unbekannter Mann hat die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht auf dem Parteitag in Magdeburg mit einer Schokoladentorte beworfen. Zu der Aktion bekannte sich ... mehr lesen
Riexingers Rede wie auch der Parteitag wurden nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt.
G7-Gipfel in Japan  Ise-Shima - Die G7-Staaten haben die ... mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 5°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 6°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 10°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Bern 3°C 20°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 8°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 6°C 20°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen stark bewölkt, Regen
Lugano 12°C 17°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, starker Regen Wolkenfelder, kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten