Europarat fordert Umdenken
publiziert: Montag, 19. Jun 2006 / 14:54 Uhr

Strassburg - Der Europarat fordert die Staaten zum Umdenken bei der Flüchtlingspolitik auf.

Flüchtlinge müssen immer grössere Risiken eingehen, um in die «Festung Europa» zu kommen.
Flüchtlinge müssen immer grössere Risiken eingehen, um in die «Festung Europa» zu kommen.
Die gegenwärtige Strategie, Europa in eine «Festung» zu verwandeln, führe zu immer gefährlicheren und verzweifelteren Fluchtversuchen.

Dies erklärte der Vorsitzende des Flüchtlingsausschusses in der Parlamentarier-Versammlung der Länderorganisation, Mevlüt Cavusoglu. Die Zahl der Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Europa mit ihren Booten kentern und ertrinken, werde im Sommer wieder ansteigen.

Besonders beunruhigend sei die wachsende Zahl von Menschen, die nach ihrer Flucht in europäischen Abschiebgefängnissen landeten, fügte Cavusoglu hinzu. Auch die Haftbedingungen und die Dauer der Haft in diesen Zentren sei alarmierend.

«Wettbewerb»

Der türkische Abgeordnete warf den 46 Europaratsländern vor, sich eine «Art Wettbewerb» um die grösste Härte gegenüber Flüchtlingen und Asylbewerbern zu liefern.

Die Regierungen sollten den «Welttag der Flüchtlinge» am Dienstag zum Anlass nehmen, um sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden.

Niedrigster Stand seit 1980

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der grenzüberschreitenden Flüchtlinge im vergangenen Jahr auf 8,4 Millionen gesunken - gegenüber 9,5 Millionen im Jahr 2004. Dies ist der niedrigste Stand seit 1980.

Nach diesen Angaben wurden 2005 weltweit 668 000 Asylbewerber in 149 Staaten gezählt, zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Asylsuchenden wurden mit 374 000 in Europa registriert.

(rr/sda)

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