Europawahl: Verurteilte Krankenschwestern abgelehnt
publiziert: Sonntag, 15. Apr 2007 / 08:10 Uhr

Sofia - Die bulgarische Wahlkommission hat die Kandidatur der in Libyen zum Tode verurteilten fünf Krankenschwestern für die Wahl zum Europaparlament am 20. Mai abgelehnt.

Die Krankenschwestern hätten absichtlich Kinder mit HIV infiziert.
Die Krankenschwestern hätten absichtlich Kinder mit HIV infiziert.
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Der Sprecher der Wahlkommisssion, Alexander Alexandrow, begründete dies am Samstag damit, dass die fünf Frauen ihren Wohnsitz nicht wie vorgeschrieben in den vergangenen zwei Jahren in Bulgarien gehabt hätten.

Die rechtsgerichtete Partei Ordnung, Gesetzlichkeit Gerechtigkeit hatte eine Liste mit den Namen der Frauen eingereicht und die Hoffnung geäussert, dass sie im Fall ihrer Wahl aus der Haft entlassen würden.

Der bulgarische Regierungschef Sergej Stanischew wandte sich gegen das Vorhaben der Oppositionspartei. «Man kann einen gefangenen Soldaten nicht freibekommen, indem man ihm den Generalsrang verleiht», sagte er.

Zum Tode verurteilt

Die seit Februar 1999 in Libyen inhaftierten Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt waren beschuldigt worden, mehr als 400 Kinder in einem Spital in Benghasi durch Blutkonserven absichtlich mit dem Aidserreger HIV infiziert zu haben. Dafür wurden sie im Mai 2004 zum Tod verurteilt.

Im Dezember 2006 bestätigte ein Berufungsgericht das Todesurteil. Internationale Gutachter hatten nachgewiesen, dass das HIV-Virus bereits vor der Ankunft der sechs Angeklagten aufgrund der miserablen hygienischen Bedingungen in dem Spital grassierte.

(rr/sda)

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