Evelyne Leus verhängnisvoller Sturz
publiziert: Samstag, 10. Mrz 2007 / 19:36 Uhr

Aus der Medaille von Evelyne Leu an der Freestyle-WM in Madonna di Campiglio (It) wurde nichts. Die Olympiasiegerin von 2006, die nach dem ersten Durchgang noch Zweite war, fiel nach missglückter Landung im zweiten Spring auf Rang 5 zurück.

Evelyne Leu stürzte kopfüber in den Schnee. (Archivbild)
Evelyne Leu stürzte kopfüber in den Schnee. (Archivbild)
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Beim «lay-tuck-full» (Dreifachsalto mit einer Schraube), dessen Ausführung ihr ansonsten kaum Probleme bereitet, bekam Leu wegen des zu weit gebeugten Oberkörpers Vorlage und stürzte kopfüber in den Schnee.

Die Abzüge der Punkterichter wogen letztlich zu schwer, um doch noch in den Kampf um die Medaillen eingreifen zu können. «Wenn ich den Sprung gestanden hätte, wäre ich Weltmeisterin geworden», ärgerte sich Leu. «Ich habe mich in der Luft ganz wenig verschätzt. Nach dem Sturz auf den Rücken im Einspringen, als es mir den Atem verschlug, war es schwer, wieder Vertrauen zu gewinnen.»

Nach dem ersten Durchgang war einzig die Weltcup-Dominatorin Jacqui Cooper besser klassiert gewesen. Für den sehr gut gedrehten und gestandenen «Lay-full-full» (drei Salti mit zwei Schrauben) erhielt Leu 103,74 Punkte, Coopers doppelte Dreifach-Kombination gab noch knapp sieben Zähler mehr.

Doch auch die australische Sieganwärterin gewann nicht Gold, sondern nur Bronze, weil die gute Freundin von Leu bei der Landung ebenfalls stürzte. Weltmeisterin wurde wie schon vor zwei Jahren die Chinesin Nina Li.

Isoz als Versprechen für 2010

Ein ähnliches Schicksal wie Leu erlitt auch Andreas Isoz. Im Gegensatz zu Leu hatte vom WM-Debütanten niemand eine Medaille erwartet, dennoch durfte der Aussenseiter lange auf einen Podestplatz hoffen. Der als klarer Final-Aussenseiter gestartete Zürcher befand sich nach dem ersten Durchgang als Dritter überraschend auf Top-3-Kurs.

«Er erschrak wohl selber über seine Platzierung», erzählte Trainer Michel Roth lachend. Die starke Klassierung vermochte Isoz nur deshalb nicht zu halten, weil er im zweiten Sprung die letzten beiden Salti nicht gestreckt drehen konnte. «Ich war ein klein wenig zu spät beim Absprung und hatte deshalb zu wenig Rotation», analysierte Isoz. «Derzeit überwiegt der Frust über die verpasste Medaille.»

Dennoch ist der fünfte Rang des WM-Neulings im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2010 als grosser Erfolg zu werten. Denn Verletzungen zwangen Isoz in diesem Winter immer wieder zu Pausen. Im November brach sich der A-Kader-Athlet den Arm und verpasste drei Weltcups, eine Gehirnerschütterung verhinderte den Einsatz an den folgenden zwei internationalen Kräftemessen. Erst in der WM-Hauptprobe in Apex (Ka) absolvierte Isoz den ersten Wettkampf der Saison und egalisierte als Sechster sogleich sein bislang bestes Ergebnis.

Die Entscheidung bei den Männern ging wie schon an den Olympischen Spielen 2006 zu Ungunsten von Dimitri Daschinski aus. Der Weissrusse, der häufig mit dem Schweizer Team trainiert, musste wie schon in Sauze d´Oulx trotz technisch anspruchsvolleren Sprüngen dem Chinesen Han Xiaopeng den Vortritt lassen. Bronze sicherte sich der ebenfalls unter Wert geschlagene Weltcupsieger Steve Omischl (Ka).

(dl/Si)

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