Ex-BFF-Vizedirektor kritisiert Asylgesetzrevision
publiziert: Sonntag, 3. Sep 2006 / 10:08 Uhr

Bern - Urs Hadorn, der langjährige Vizedirektor des früheren Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF), lässt kein gutes Haar am verschärften Asylgesetz.

Hadorn fordert die Zusammenarbeit mit andern Ländern.
Hadorn fordert die Zusammenarbeit mit andern Ländern.
2 Meldungen im Zusammenhang
Dieses sei «wenig effizient, weitgehend wirkungslos und unverhältnismässig».

Bei einer Annahme der Vorlage am 24. September werde sich der Zustrom von Asylsuchenden nicht wesentlich verringern, sagte Hadorn in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Die Schweiz werde scheitern, wenn sie den Migrationsstrom mit so genannter Missbrauchsbekämpfung verhindern wolle.

Migrationsmanagement

Stattdessen müsse die Migration gemanagt werden. Dies aber gehe nur zusammen mit den europäischen Nachbarn sowie den Transit- und Herkunftsländern.

Dass schneller zwischen echten und unechten Flüchtlingen unterschieden werden könne, weil von Asylbewerbern ein Reisepass verlangt werde, leuchte ihm nicht ein, sagte Hadorn weiter. Denn die Papiere seien oft von zweifelhafter Qualität.

Schlepper sacken Papiere ein

Zudem sei der Ermessensspielraum dafür, was entschuldbare Gründe für das Fehlen von Papieren sei, sehr gross. Dies trage dazu bei, dass die Gefahr von Fehlentscheiden steige. Er glaube zudem nicht, dass nun mehr Flüchtlinge mit gültigen Papieren kämen. Die Schlepper nähmen Asylsuchenden oft gegen deren Willen die Papiere weg.

Eine grosse Beschleunigung des Asylverfahrens verspricht sich Hadorn vom neuen Gesetz nicht. Vor allem werde der Aufwand bei der Rückführung von Abgewiesenen nicht kleiner. Und dort liege heute das wirkliche Problem.

Locker nocht 12 Monate

Die Verlängerung der Ausschaffungshaft löse dieses Problem nicht. Wer auf der Flucht sein Leben riskiere, nehme nach 12 Monaten Haft «locker» weitere 12 Monate auf sich. 24 Monate seien auch nicht verhältnismässig, denn eine solche Strafe gebe es vergleichsweise für Totschlag.

Die Ausdehnung der Nothilfe auf alle Abgewiesenen führt nach Hadorns Ansicht dazu, dass noch mehr Leute als heute in die Illegalität abtauchen. Auch suggeriere Justizminister Christoph Blocher, dass jeder, der kein Asyl erhalte, Missbrauch betrieben habe.

(ht/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Mit den Verschärfungen im ... mehr lesen
Bei Kindern in Begleitung von Eltern ändere das revidierte Asylgesetz nichts.
Ausländische Minderjährige seien in erster Linie Minderjährige und nicht Ausländer, Asylbewerber oder Papierlose.
Bern - Kinder und Jugendliche ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Frauen können das genauso wie Männer!
Frauen können das genauso wie Männer!
Fotografie 50 Fotograf*innen, 50 Frauen*, 50 Jahre Frauenstimmrecht  Wie geht es ihnen in diesem Land, das sich seine liebe Zeit gelassen hat mit der definitiven Einführung der Demokratie? Was sind ihre Träume, ihr Hoffnungen - wovor haben sie Angst, was muss sich 2021 in der Schweiz noch ändern? Davon erzählt diese Ausstellung von 50 Fotograf*innen, die 50 Frauen* 50 Jahre nach der Einführung des Schweizer Frauenstimmrechts porträtiert haben. mehr lesen  
Abstimmung am 5. Juni  Bern - Neben den fünf eidgenössischen Abstimmungsfragen entscheiden am 5. Juni die Stimmberechtigten ... mehr lesen  
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Mehr Bürger als noch im April lehnen die Pro-Service-public-Initiative ab.
Laut Umfrage  Zürich - Die Zustimmung für die Pro-Service-public-Initiative schmilzt laut einer Umfrage. Doch die ... mehr lesen  
Etschmayer Durch ungeschickte Avancen von SBB- und Post-Chefs, droht die Service-Public-Initiative tatsächlich angenommen zu werden. Von bürgerlicher Seite her solle ... mehr lesen  
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 2°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 5°C 17°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
St. Gallen 5°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Bern 5°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Luzern 5°C 15°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Genf 3°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 8°C 14°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten