Ex-Börsenhändler Kerviel beklagt Härte des Urteils
publiziert: Mittwoch, 6. Okt 2010 / 15:42 Uhr
Kerviel fühlt sich als Soldat, der nun für alle bezahlen soll.
Kerviel fühlt sich als Soldat, der nun für alle bezahlen soll.

Paris - Der französische Skandalhändler Jérôme Kerviel hat die gegen ihn verhängte Haftstrafe zusammen mit Schadenersatzzahlungen in Milliardenhöhe beklagt. Er habe das Gefühl, er solle «für alle bezahlen», sagte der 33-jährige Franzose dem in Paris verkündeten Gerichtsurteil.

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«Ich habe wirklich das Gefühl, dass man mich für alle bezahlen lassen will und dass die (Société) Générale gerettet werden sollte und dass man dafür den Soldaten Kerviel getötet hat», sagte der Ex-Trader, der Berufung gegen das Urteil angekündigt hat.

Kerviel hatte mit bis zu 50 Mrd. Euro spekuliert und die Société Générale damit an den Rand des Ruins gebracht. Der Bank entstand Anfang 2008 ein Schaden in Höhe von 4,9 Mrd. Euro.

Kerviel will Beweise vorlegen für Mittäter

Der Angeklagte hatte in dem Prozess «Irrtümer» eingeräumt. Seine Vorgesetzten hätten aber von seinen Geschäften gewusst und sie gebilligt, solange er Gewinne machte. Das Gericht hatte der Bank allerdings keinerlei Schuld zugewiesen. Das Urteil war bei Parteien, aber auch bei Bankbeschäftigten auf Kritik gestossen.

Kerviel kündigte an, dass er im Berufungsverfahren ausreichende Beweise dafür vorlegen werde, dass er nicht der Einzige war, der von den Geschäften wusste.

Kerviel, der heute als Berater für ein Informatikunternehmen arbeitet, hat nach eigenen Angaben ein Monatsgehalt von 2300 Euro. Um die 4,9 Milliarden Euro an seinen früheren Arbeitgeber zurückzuzahlen, bräuchte er mehr als 170'000 Jahre - wenn er seinen gesamten Verdienst abgeben würde.

(fkl/sda)

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