Ex-FARC-Geisel Ingrid Betancourt trifft ihre Familie
publiziert: Donnerstag, 3. Jul 2008 / 17:07 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Jul 2008 / 11:06 Uhr

Bogotá - Zwei Tage nach ihrer spektakulären Befreiung ist die Ingrid Betancourt auf dem Weg nach Frankreich. In der Nacht reiste 46-Jährige mit ihrer Familie in einer französischen Regierungsmaschine nach Paris.

Die Befreiung von Ingrid Betancourt ist in ihrer Heimat und im Ausland mit grosser Freude aufgenommen worden.
Die Befreiung von Ingrid Betancourt ist in ihrer Heimat und im Ausland mit grosser Freude aufgenommen worden.
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«Ich habe es eilig, in Frankreich zu sein, zu Hause zu sein», sagte Betancourt, die neben der kolumbianischen auch die französische Staatsangehörigkeit besitzt, am Donnerstag in Bogotá.

«Ich möchte nach Frankreich, um mich bei allen Franzosen zu bedanken und diesen Moment des Glücks mit ihnen zu teilen».

Vor ihrem Abflug besuchte die franko-kolumbianische Politikerin das Grab ihres Vaters, der einen Monat nach ihrer Entführung vor sechs Jahren an einem Infarkt gestorben war.

«Wir sind hergekommen, um für meinen Vater zu beten. Ich danke Kolumbien, dass es mich zum Grab meines Papas begleitet hat», sagte die 46-Jährige.

Der schwerste Moment der Geiselhaft

Es sei der schwerste Moment während der Geiselhaft gewesen, als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhalten habe, erzählte sie. Betancourt war am Mittwoch zusammen mit 14 weiteren Geiseln durch ein spektakuläres Täuschungsmanöver der kolumbianischen Armee befreit worden.

Kubas Revolutionsführer Fidel Castro hat die Geiselbefreiung aus den Händen der FARC-Rebellen gelobt. «Zivilisten hätten niemals entführt und Soldaten nicht im Dschungel als Gefangene gehalten werden sollen», erklärte der langjährige Staats- und Parteichef auf dem offiziellen Internetportal Cubadebate. Es gebe «kein revolutionäres Ziel», das dies rechtfertigen könnte.

Kurz vor dem Abflug rief Betancourt die FARC zu Friedensgesprächen mit der Regierung auf und forderte von den Rebellen, alle ihre etwa noch 700 Geiseln freizulassen.

Frankreichs Aussenminister Kouchner sicherte deren Familien die weitere Unterstützung seines Landes zu. Auch die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sagte, dass die Schweiz ihre Bemühungen in Kolumbien fortsetzen werde.

Einladung vom Papst

Die Familie Betancourt wird am Nachmittag in Paris erwartet. Für nächste Woche wurde die Politikerin von Papst Benedikt XVI. zu einem Treffen im Vatikan eingeladen.

(dl/sda)

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