Ex-Gemeindepräsident zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt
publiziert: Dienstag, 28. Mrz 2006 / 20:50 Uhr

Yverdon - Der frühere Gemeindepräsident von Rougemont VD ist der Vergewaltigung einer seiner Töchter und eines Nachbarmädchens schuldig gesprochen worden.

Im Strafmass berücksichtigt wurde die spezielle Sexual-Erziehung durch seine Eltern.
Im Strafmass berücksichtigt wurde die spezielle Sexual-Erziehung durch seine Eltern.
Das Kreisgericht von Yverdon hat ihn zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Schuld des Angeklagten wiege äusserst schwer, begründete der Gerichtspräsident Eric Eckert den Urteilsspruch. Der heute 60-Jährige habe seinen zwanghaften sexuellen Regungen freien Lauf gelassen, ohne sich über die Schwere seiner Schuld bewusst zu sein.

Die Möglichkeit dazu hätte er aus Sicht des Gerichts zweifellos gehabt, amtetete der Mann doch seit 1992 als Laienrichter und musste auch Sexualdelikte beurteilen.

Verminderte Zurechnungsfähigkeit

Mit acht Jahren Gefängnis unter Abzug der seit seiner Verhaftung Ende Mai 2004 andauernden Untersuchungshaft ist das Gericht unter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft von zwölf Jahren geblieben. Wie Eckert sagte, habe man der verminderten Zurechnungsfähigkeit des Täters und seinem vor der Anklage tadellosen Leumund Rechnung getragen.

Im Strafmass berücksichtigt wurde auch die spezielle Sexual-Erziehung durch seine Eltern. So hatte sein Vater etwa in den Sommermonaten in der Alphütte vor ihm masturbiert und seine Mutter hatte ihn gedrängt, ihre Geschlechtsteile zu berühren.

Verjährte Taten nicht berücksichtigt

Das Gericht erachtet es als erwiesen, dass der Mann mehrere seiner fünf Töchter vergewaltigt hat. Da die Fälle der ältesten Töchter, die der Mann auch zugegeben hatte, jedoch verjährt sind, wurde er nur für die Vergewaltigung sowie für mehrfache Nötigung und sexuelle Handlungen mit seiner jüngsten Tochter in den Jahren 1996 bis 1998 verurteilt.

Schuldig gesprochen wurde der Mann auch der Vergewaltigung eines neuneinhalbjährigen Nachbarmädchens im Jahr 1998.

Der Staatsanwalt Jean-Marc Schwenter zeigte sich über den Urteilsspruch zufrieden. Die Anwälte der Verteidigung verweigerten gegenüber den Medien jeglichen Kommentar.

(bert/sda)

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